Smart Home Sicherheit: So lässt sich das vernetzte Zuhause gegen Hacker schützen

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Sicherheitsaspekte im Smart Home werden kontrovers diskutiert: Wie gut sind die Smart Home Systeme vor Hackern geschützt? Wie steht es um den Datenschutz? Mit diesen fünf Tipps lässt sich die Sicherheit im Smart Home verbessern.

Wie steht es mittlerweile eigentlich um die Sicherheit im Smart Home? Trotz diverser Datenschutz- und Sicherheitskandale in der Vergangenheit – wir denken etwa mehr oder weniger frei zugänglichen Aufnahmen von privaten Überwachungskameras – haben viele Anbieter noch immer Nachholbedarf und räumen dem Thema nicht die notwendige Priorität ein. Anders lässt sich nicht erklären, warum sicherheitskritische Bugfixes teilweise mehrere Wochen oder gar Monate auf sich warten lassen. Dass es sich dabei nicht um Einzelfälle handelt, hat die Fachzeitschrift c’t erst vor wenigen Monaten in einem ausführlichen Testbericht aufgezeigt:

Die Redaktion fand versteckte Mikrofone in Schaltsteckdosen, undokumentierte Web-Frontends mit sensiblen Informationen, Apps und Geräte, die das eigene WLAN-Passwort im Klartext in die Welt hinaus posaunen und sogar einen Sat-IP-Server mit ungeschütztem Root-Zugang, der sich leicht für DDoS-Angriffe missbrauchen lässt.

Mit Blick auf die zunehmende Vernetzung im Haushalt – von dem Fernseher bis hin zu kritischen Bereichen wie der Haustür – bleibt zu hoffen, dass die Smart Home-Anbieter künftig einen besseren Job machen. Unterdessen sind aber auch die Anwender gefragt, schließlich lässt sich die Sicherheit im Smart Home oft schon mit kleinen Anpassungen deutlich verbessern. Wir haben fünf wichtige Tipps zusammengestellt.

Anbieter sorgfältig auswählen und Datenschutzerklärung prüfen

Bereits bei der Auswahl eines Smart Home-Systems sollten die in Frage kommenden Anbieter auf sicherheitsrelevante Aspekte hin geprüft werden: Handelt es sich um einen etablierten, seriösen Anbieter? Gab es in der Vergangenheit größere Probleme mit der Sicherheit, wie beispielsweise erfolgreiche Hackerangriffe? Wird die Software von dem Anbieter regelmäßig aktualisiert? Wer die Sicherheit weiter erhöhen möchte, sollte auf die Steuerung von kritischen Bereichen besser verzichten: Sicherlich kann es komfortabel sein, die Haustür mit dem Smartphone zu öffnen, Hackerangriffe oder technische Probleme sind in diesem Bereich aber deutlich schwerwiegender als beispielsweise bei der smarten Steuerung der Beleuchtung.

Datenschutzerklärungen werden im Zuge der Registrierung oft (zu) schnell weggeklickt. Stattdessen ist es ratsam, drn Text genauer zu prüfen: Welche Daten erhebt der Anbieter zu welchem Zweck? Wo werden die Daten gespeichert? Und wie lassen sich die Daten wieder löschen?

Standard-Passwörter ändern und sichere Passwörter nutzen

Es kommt leider noch immer vor, dass Hersteller ihre Systeme von Haus aus mit einem unsicheren Passwort (1234, 0000 etc.) ausliefern. Sofern das der Fall ist, sollte das Passwort umgehend geändert werden. Am besten nutzt ihr mindestens acht Zeichen, Groß- und Kleinschreibung sowie Sonderzeichen (!#%/) als Passwort. Jedes Passwort sollte zudem nur einmal verwendet werden.

Sicherheitsupdates zeitnah installieren, um die Sicherheit im Smart Home zu verbessern

Was für den PC gilt, gilt auch für das Smart Home: Sicherheitsupdates können vor Hackern oder anderen Problemem schützen. Dafür sollten nicht nur die jeweiligen Smartphone-Apps, sondern auch die auf den Geräten eingesetzte Firmware auf dem neuesten Stand gehalten werden. Firmware-Updates lassen sich in der Regel über die Einstellungen der Smartphone-App anstossen. Einige Anbieter bieten die Option an, Software-Updates automatisch zu installieren. Sofern vorhanden, sollte die entsprechende Funktion in den Einstellungen aktiviert werden.

Da nicht alle Smart Home-Anbieter zeitnah über Sicherheitsprobleme informieren, emfpiehlt es sich, Google Alerts für entsprechende Suchbegriffe (zum Beispiel „Philips Hue Sicherheit“) einzurichten. Sobald die Medien über Sicherheitsprobleme berichten, wird man per E-Mail über den Vorfall informiert und kann bei Bedarf das System vom Netz trennen oder Updates einspielen.

Auch wenn es schwer fällt: Smart Home-Lösungen, die von den Herstellern nicht mehr aktiv vermarktet und weiterentwickelt werden, sollten mit Blick auf die Sicherheit perspektivisch durch neue Systeme ausgetaucht werden.

WLAN absichern und Gastzugang nutzen

Auch das heimische WLAN kann ein Einfallstor für Hacker sein, weshalb es bestmöglich geschützt werden sollte. Neben Standards wie einem sicheren WLAN-Passwort und einer aktivierten WPA2-Verschlüsselung kann das Blockieren von neuen WLAN-Geräten hilfreich sein. Zusätzlich kann ein Gast-WLAN eingerichtet werden, dass ausschließlich für die Smart Home-Geräte genutzt wird, um die vernetzten Geräte von eurem Hauptnetzwerk (und euren sensiblen Daten) zu isolieren.

Smartphone ausreichend schützen

Die gängigen Smart Home-Systeme werden heute mit dem Smartphone gesteuert, weshalb der Verlust des Geräts ein besonders hohes Sicherheitsrisiko darstellt. Mit einer schwer zu erratenden PIN und mit einem zusätzlichen Passwortschutz für die Smart Home-App Lässt sich das Risiko minimieren.

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