Die Arlo Pro 4 (erhältlich z.B. bei Amazon* oder Proshop*) zeichnet ungebetene Gäste nicht nur auf, sondern kann sie mit einer integrierten Sirene auch direkt vertreiben. In unserem Test erläutern wir die Vor- und Nachteile der kabellosen Überwachungskamera.

Erster Eindruck und Inbetriebnahme

Hinsichtlich des Designs und der Verarbeitung gibt es bei der Arlo Pro 4 im Vergleich zu den Vorgängermodellen keine Überraschungen: Die Kamera kommt nach wie vor in einem weißen Kunststoffgehäuse und einer schwarzen Front daher. Die Verarbeitung ist solide, die Kamera wirkt einigermaßen robust. Dennoch ist bei der Montage Vorsicht geboten: Während ein paar Kratzer am Gehäuse den Betrieb der Kamera nicht beeinträchtigen, kann eine zerkratze Linse (etwa nach einem Sturz) schnell zu störenden Bildfehlern führen.

Grundsätzlich ist die Montage aber erfreulich einfach: Die wetterfeste Kamera kann beispielweise im Innenbereich in einen Schrank gestellt oder mit der beiliegenden Halterung im Außenbereich an das Carport oder den Gartenzaun geschraubt werden. Einige Aspekte gilt es aber bei der Montage zu berücksichtigen:

  • Die Überwachungskamera darf ausschließlich euer Grundstück und nicht die Straße oder das Grundstück des Nachbarn erfassen.
  • Vor der Montage solltet ihr prüfen, ob die Kamera zuverlässig euer WLAN-Signal empfangen kann. Vorbildlich: Die Arlo-App bietet genau hierfür eine entsprechende Funktion an.
  • Denkt daran, dass die Kamera von Zeit zu Zeit aufgeladen werden muss. Ihr solltet sie also so montieren, dass ihr sie (mit einer Leiter) erreichen könnt. Gleichzeitig sollte sie für einen ungebetenen Gast nicht direkt sichtbar und auch nicht unmittelbar erreichbar sein.

Die Inbetriebnahme gestaltet sich genauso unkompliziert wie die Montage. Im Kern müsst ihr hier lediglich die App des Herstellers herunterladen und mit der Kamera den QR-Code, der in der App angezeigt wird, scannen. In unserem Test konnten wir die Arlo Pro 4 auf Anhieb in Betrieb nehmen.

Bedienung und Funktionsumfang

Bedient wird die kleine Kamera vollständig mit der App des Herstellers. Hier könnt ihr euch die aufgezeichneten Videos ansehen, Akkustand und WLAN-Signal überprüfen und die Kamera aktivieren, beziehungsweise deaktivieren. Damit euch die Kamera nicht mit Fehlalarmen nervt, ist die App mit einer Geofencing-Funktion ausgestattet: Basierend auf der An- und Abwesenheit der Bewohnerinnen und Bewohner (genauer: basierend auf der Position der Smartphones) wird das Überwachungssystem auf Wunsch automatisch gesteuert: Ist niemand Zuhause, wird die Kamera eingeschaltet, trifft jemand Zuhause ein, wird das System automatisch deaktiviert.

Über die App könnt ihr bei Bedarf zudem die integrierte Sirene aktivieren, die mit einem lauten Ton (hoffentlich) die Einbrecher in die Flucht treibt. Gut gefällt uns auch die Möglichkeit, in der App die Telefonnummer eines Freundes oder eines Nachbarn hinterlegen zu können. Im Fall der Fälle kann dann direkt aus der Arlo-App heraus die Person angerufen werden, die dann nach bei Bedarf nachsehen kann, ob alles in Ordnung ist.

Der Startscreen der App zeigt euch die letzten Ereignisse der Arlo-Kameras an.
In der Bibliothek stehen die Videos der aufgezeichneten Ereignisse zur Verfügung – sofern ihr das Cloud-Abo abgeschlossen habt.

Die Kamera funktioniert ohne Hub, da sie sich direkt in euer 2,4 GHz-WLAN einklinkt. Für die Integration in Apples Smart Home-Plattform HomeKit wird allerdings die aktuell rund 180 Euro teure Arlo-Basisstation benötigt. Für die Nutzung mit Amazon Alexa oder den Google Assistant wird der Hub hingegen nicht benötigt.

In unserem Test hat sich die Kamera keine Aussetzer geleistet – das System lief über den Testzeitraum von vier Wochen zuverlässig.

Ein Highlight des Arlo-Systems sind die “smarten” Benachrichtigungen: In der Arlo-App könnt ihr genau konfigurieren, wann ihr eine Nachricht auf eurem Smartphone erhalten wollt: Bei erfassten Personen, Fahrzeugen, Tieren und / oder anderen Bewegungen. Arlo kann zudem den Signalton eines aktivierten Rauchmelders erkenne und euch über die Gefahr auf eurem Smartphone informieren – so wird der klassische Rauchmelder “smart”.

Dank der “smarten Benachrichtigungen” werdet ihr nur über relevante Ereignisse auf dem Smartphone informiert.

Die Akkulaufzeit hängt stark davon ab, wie häufig die Kamera aktiviert wird und wie oft Bewegungen registriert werden. Basierend auf unserem bisherigen Test gehen wir von einer Laufzeit zwischen vier und sechs Monaten aus. Im Innenbereich könnt ihr die Kamera auch dauerhaft an das Netzteil hängen und im Außenbereich ein Solarpanel kaufen – das nervige Aufladen der Kamera alle paar Monate entfällt dann ganz.

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Arlo Pro 4: Voller Funktionsumfang nur mit Abo

Kommen wir zum zentralen Nachteil des Arlo-Systems: Der volle Funktionsumfang setzt den Abschluss eines “Arlo Secure”-Abos voraus. Ohne Abo könnt ihr lediglich die Funktionen Live-Streaming und die Bewegungsmeldungen nutzen – als Überwachungskamera ist die Arlo Pro 4 mit einem derart abgespeckten Funktionsumfang nicht zu gebrauchen.

Mit dem Abo werden Funktionen wie der CloudS-Speicher (bis zu 30 Tage), die smarten Benachrichtigungen, Personen-, Fahrzeug- und Tiererkennungen und Aktivitätszonen freigeschaltet. Die Kosten belaufen sich auf 2,99 Euro pro Monat für eine Kamera oder 9,99 Euro für eine unbegrenzte Anzahl an Kameras. Mit dem Kauf bekommt ihr das Abo für einen Zeitraum von 90 Tage kostenlos. Alternativ könnt ihr euch die Arlo-Basisstation anschaffen und die Videos der Kamera lokal auf einem USB-Stick speichern. Für den vollen Funktionsumfang, wie etwa die Nutzung der smarten Benachrichtigungen, ist das Abo aber auch in diesem Fall die Voraussetzung.

Bild- und Tonqualität

Der Bildsensor der Alro Pro 4 bietet eine 2K HDR-Auflösung und liefert im Alltag ein klares, kontrastreiches Bild. Personen sind sowohl tagsüber als auch in der Nacht gut zu erkennen, zumal ein integriertes LED-Licht bei Dunkelheit dafür sorgt, dass sich mehr Details erkennen lassen. Das Livebild wird etwas verzögert übertragen. Die Latenz bewegte sich in unserem Test in einem Bereich von vier bis fünf Sekunden – ein Wert, der absolut akzeptabel ist. Positiv möchten wir das recht große Sichtfeld von 160 Grad hervorheben – damit lässt sich auch eine größere Einfahrt vollständig abdecken.

Arlo Pro 4 Testbild
Die 2K-Auflösung der Arlo Pro 4 liefert eine überzeugende Bildqualität.

Die Pro 4 zeichnet, genau wie die anderen Kameras aus dem Hause Arlo, nicht durchgehend auf, sondern nur dann, wenn sie Bewegungen registriert – andernfalls wäre der Akku nach kurzer Zeit erschöpft. Die Bewegungserkennung hat in unserem Test absolut zuverlässig funktioniert: Sowohl tagsüber als auch bei absoluter Dunkelheit gelang es uns nicht, unbemerkt an der Kamera vorbeizuschleichen.

Dank einer Zwei-Wege-Audiofunktion könnt ihr euch bei Bedarf mit der Person vor der Kamera über die Arlo-App unterhalten. Auch hier liegt die Verzögerung bei einigen Sekunden – für kurze Anweisungen (“Hallo Paketbote, bitte geben Sie das Paket bei meinen Nacharn ab!”) eignet sich die Funktion aber gut, die Tonqualität ist auf beiden Seiten in Ordnung.

Arlo Pro 4 im Test: Unser Fazit

Die Arlo Pro 4 ist eine kompakte kabellose Überwachungskamera mit einer intuitiv nutzbaren Smartphone-App. Bildqualität und die Zuverlässigkeit des Systems haben uns in unserem Test überzeugt. Der Funktionsumfang lässt kaum Wünsche offen, die zentralen Funktionen setzen jedoch ein kostenpflichtiges Abo (ab 2,99 Euro pro Monat) voraus. Wer die Kamera mit HomeKit nutzen oder Videos lokal speichern möchte, benötigt die Arlo-Basisstation.

Die Alro Pro 4 ist aktuell für rund 240 Euro im Handel erhältlich (z.B. bei Amazon* oder Proshop*).

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Arlo Pro 4

8.8

Einrichtung

10.0/10

Bedienung

9.0/10

Verarbeitung & Design

8.0/10

Bildqualität

10.0/10

Preis-Leistung

7.0/10

Vorteile

  • einfache Einrichtung & Bedienung
  • gute Bildqualität, auch bei Dunkelheit
  • hoher Funktionsumfang (mit Abo)
  • integrierte Sirene

Nachteile

  • nur mit Abo sinnvoll nutzbar
  • HomeKit nur mit optionaler Arlo-Zentrale
Author

Nico berichtet seit 2013 über Smart Home-Themen und ist Herausgeber von Housecontrollers.de.

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