Heizkosten sparen mit dem Smart Home? Forschungsprojekt untersucht das Einsparpotenzial

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Mit einem Smart Home-System lassen sich die Heizkosten deutlich reduzieren – sofern eine Voraussetzung erfüllt ist.

Smart Home-Anbieter versprechen, dass sich mit ihren Systemen „bis zu 30 Prozent“ der Heizkosten einsparen lassen. Aber stimmt das überhaupt? Wie groß ist das Einsparpotenzial tatsächlich? Dieser Frage ist kürzlich das Cologne Institute for Renewable Energy (CIRE) der TH Köln gemeinsam mit dem Energieversorger RheinEnergie im Rahmen eines Forschungsprojekts nachgegangen.

Für das Projekt wurden 120 Haushalte in der Stadt Rösrath mit einer zentralen Gasheizung ausgewählt. Mitarbeiter der RheinEnergie installierten ein marktübliches Smart Home-System. „Die von uns in die Studie aufgenommenen Einfamilienhäuser ähneln vom Alter und vom energetischen Standard her dem Gebäudebestand in vielen deutschen Städten. Daher lassen sich unsere Ergebnisse sehr gut auf den deutschen Smart Home-Markt übertragen“, sagt Projektleiterin Gülten Aydin-Multari von der RheinEnergie.

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurden zunächst nur die Anleitung des Herstellers als Hilfe bereitgestellt. Gleichzeitig sollten sie die individuellen Anpassungen des Systems selber vornehmen. Auf diesem Weg sollte die Benutzerfreundlichkeit des Systems geprüft werden.

Die monatlichen Teilnehmer-Befragungen zeigten laut dem Projektleiter Tobias Rehm vom CIRE der TH Köln jedoch schnell, dass nur technisch versierte Nutzer mit dem System gut zurechtkamen. Daher entschied sich das Projektteam nach einem halben Jahr, die Teilnehmer durch Workshops und zusätzlichen Anleitungen bei der Nutzung der Systeme zu unterstützen.

Fast zwei Jahre nutzten die 120 Haushalte ihre Smart Home-Systeme. Rund 14 Prozent von ihnen erzielten hohe Einsparungen von mehr als 20 bis hin zu über 30 Prozent beim Gasverbrauch für Warmwasser und Heizung. Insgesamt 57 Prozent verbrauchten im Testzeitraum weniger Energie als zuvor.

Heizungssteuerung mit Smart Home

Mit Smart Home-Systemen (hier: Magenta SmartHome) kann die Heizung „intelligent“ gesteuert werden.

Bei 43 Prozent hingegen stieg der Energiebedarf, was jedoch nicht auf das Smart Home System zurückzuführen ist: „Die Detailanalyse hat gezeigt: Die Top-Sparer hatten sich intensiv mit dem System beschäftigt und viele Automatisierungen programmiert. In den Haushalten, die mehr Energie verbrauchten, hatten sich häufig die Zahl der Bewohnerinnen und Bewohner bzw. die Anwesenheitsdauer erhöht“, sagt Rehm.

Mit dem Smart Home die Heizkosten senken? Ja, aber…

Mit einem Smart Home-System lassen sich die Heizkosten laut dem Forschungsprojekt tatsächlich deutlich reduzieren. Dies funktioniert allerdings nur, wenn sich die Nutzerinnen und Nutzer intensiv mit der Steuerung der elektronischen Heizkörperthermostate beschäftigen und die diversen Automatisierungsmöglichkeiten nutzen. Damit nicht nur Technikaffine Energieeinsparungen in nennenswerter Höhe realisieren können, müssen die Anbieter ihre Systeme deutlich anwenderfreundlicher gestalten, so das Forscherteam.

„Mit unserem Forschungsprojekt haben wir viele neue Erkenntnisse über Smart Home-Systeme aus der Kundenperspektive gewonnen und unsere Messergebnisse mit intensiven Befragungen und Einzelinterviews validiert. Jetzt ist klar: Die Nutzer wünschen sich ein einfacher und intuitiv zu nutzendes Smart Home, das sie ohne technische Vorkenntnisse auf ihre eigenen Bedürfnisse für Energieeinsparung, Komfort und mehr einstellen können. Hier sind die Hersteller gefordert. Wenn eine Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit gelingt, könnte ein Großteil der Haushalte ihre Energiekosten deutlich senken“, sagt Prof. Dr. Thorsten Schneiders, der am CIRE das Smart Energy-Team leitet. „Smart Home bietet immer mehr Möglichkeiten und noch großes Potenzial in Privathaushalten und Unternehmen.“

Im vergangenen Jahr haben wir ausprobiert, wie gut die Heizungssteuerung mit dem Magenta Smart Home-System der Telekom funktioniert: Heizungssteuerung mit dem Magenta SmartHome – unser Erfahrungsbericht. Außerdem haben wir einen Ratgeber zum Thema zusammengestellt: Heizkosten senken: Mit diesen Tipps spart ihr jedes Jahr bares Geld

 

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2 Kommentare

  1. Völliger Unsinn, wenn man vorher schon Sparsarm war hilft das „Smart“ nix, ich verbrauche sogar mehr weil ich jetzt meine Heinzung von Arbeit aus anmachen kann.

  2. Mein Heizungsbauer hat auch nach mehrmaliger Nachfrage, über mehrere Jahre , mir nicht erklären können, wie ich meine Junkers Heizung 2012, ohne Smarthome, richtig auf meine Bedürfnisse einstellen kann. Ich denke hier liegt mehr Potiential, ohne die Leute auf Smarthome zu bringen und ältere Leute über 70 eher schwer, diesen Dienst könnte doch mal jeder Schornsteinfeger, der fast mehrfach im Jahr kommt, unter die Leute bringen, wäre dann mal was sinnvolles fürs Geld.
    Manchmal denk ich, wo ist in Deutschland der klare Menschenverstand hin, manches ist doch so klar, nur nicht für Politiker, Funktionäre und Firmenchefs.
    MfG

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