6 Monate mit dem Amazon Echo: Unser Erfahrungsbericht

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Vor sechs Monaten ist Alexa in unseren Haushalt eingezogen. Wie gut schlägt sich die digitale Assistentin im Alltag? Zeit für einen Erfahrungsbericht über den Amazon Echo.

Über den Amazon Echo* und den Echo Dot* wurden bereits zahlreiche Testberichte veröffentlicht, weshalb wir an dieser Stelle nicht näher auf die technischen Rahmendaten des Geräts, sondern auf die Alltagstauglichkeit eingehen möchten: Wie nutzen wir den Echo im Alltag? Wie zuverlässig reagiert Alexa auf Sprachbefehle? Und welche Alexa-Skills sind tatsächlich nützlich?

Amazon Echo: Wie gut funktioniert die Sprachsteuerung Alexa?

Der Amazon Echo besitzt zwar zwei Tasten auf der Oberseite und einen drehbaren “Lautstärkering”, das Gerät wird aber überwiegend mit Sprachbefehlen bedient – was überraschend gut funktioniert. Überraschend deshalb, weil unsere bisherigen Erfahrungen mit Siri, der digitalen Assistentin von Apple, eher durchwachsen sind. Mit Siri kommt es beispielsweise schnell zu Verständigungsproblemen, wenn im gleichen Raum Musik läuft oder andere Geräusche zu hören sind. Alexa reagiert hier deutlich zuverlässiger, was nicht zuletzt daran liegen wird, dass Amazon gleich sieben Mikrofone im Echo verbaut hat.

Unsere Sprachbefehle werden von Alexa in der Regel auch dann noch richtig interpretiert, wenn wir uns in der (zum Wohnzimmer offenen) Küche befinden und einen Alexa-Befehl in das Wohnzimmer reinrufen oder im gleichen Raum Musik hören.

Während die einfache Sprachsteuerung grundsätzlich zuverlässig funktioniert, ist Alexas Horizont letztendlich noch relativ eingeschränkt. So löst Alexa beispielsweise Rechenaufgaben und beantwortet diverse Wissenfragen (“Alexa, wie weit ist es von Bonn nach Hamburg?”), ein echter Dialog ist mit Alexa aber nicht möglich: Die Assistentin beherrscht bislang keine Rückfragen zu einer Auskunft, stattdessen muss eine neue, vollständige Frage gestellt werden.

Der Funktionsumfang von Alexa kann mit so genannten Alexa Skills erweitert werden. Obwohl die Anzahl der verfügbaren Skills mittlerweile beachtlich ist, nutzen wir nur eine sehr überschaubare Anzahl der Erweiterungen (siehe hierzu “5 empfehlenswerte Alexa Skills”). Der Grund hierfür ist die relativ umständliche Nutzung der Skills: Der Name des Skills muss Bestandteil des Sprachbefehls sein, damit Alexa eine Antwort liefert. Der Sprachbefehl zur Nutzung des “Fernsehprogramm Skil” lautet beispielsweise “Alexa, frage Fernsehprogramm was heute Abend um 20:15 Uhr auf Pro Sieben läuft.”. Alexa muss bereits passen, wenn die Frage stattdessen “Alexa, frage TV-Programmm was heute Abend auf Pro Sieben läuft” lautet.

Wirklich intuitiv wäre es, wenn Alexa nach Aktivierung des entsprechenden Skills die Frage “Alexa, was läuft heute Abend um 20:15 Uhr auf Pro Sieben” beantworten könnte und sich der Nutzer nicht die Namen sämtlicher Skills merken müsste. Gut möglich, dass Amazon die Nutzung der Skills mit künftigen Updates weiter vereinfacht. Bis dahin nutzen wir Alexa im Alltag primär für die nachfolgenden Aufgaben.

Musiksteuerung

Die Musiksteuerung ist aus unserer Sicht das mit Abstand praktischste Feature von Alexa. Seitdem unser Zuhause mit Echo-Lautsprechern ausgestattet ist, greifen wir nur noch in seltenen Fällen zum Smartphone, um die gewünschte Musik auszuwählen. Neben den hauseigenen Streamingdiensten Amazon Music, Prime Music und Audible unterstützt Alexa einige weitere Musikdienste, wie die nachfolgende Übersicht zeigt.

Amazon Alexa: Diese Streamingdienste werden unterstützt

  • Amazon Music
  • Prime Music
  • Amazon Music Unlimited
  • Spotify Premium
  • Pandora
  • TuneIn
  • iHeartRadio
  • Audible

Besonders gut funktioniert die Musiksteuerung – wenig überraschend – mit dem Streamingdienst Amazon Music Unlimited, da Alexa in dieser Kombination zahlreiche intuitive Sprachbefehle, wie zum Beispiel “Alexa, spiele Musik, die gute Laune macht” oder “Alexa, spiele die Hits von 2017” unterstützt (siehe hierzu “Amazon Echo Update: Neue Sprachbefehle für die Musikauswahl”).

Der Streamingdienst von Amazon steht in der günstigsten Variante “Amazon Music Unlimited für Echo” für 3,99 Euro pro Monat zur Verfügung, ist dann allerdings an ein Echo-Gerät gebunden und kann nicht auf weiteren Echo-Lautsprechern oder Smartphones genutzt werden. Die reguläre Version ohne Limitierungen kostet 9,99 Euro pro Monat, beziehungsweise 7,99 Euro für Prime-Mitglieder. Weiterhin bietet Amazon für Prime-Mitglieder den kostenlosen Dienst “Prime Music” an, der allerdings auf zwei Millionen Songs begrenzt ist.

Amazon Music Unlimited

Amazon Music: Preise und Funktionsumfang des Streamingdienstes im Überblick. Klicken für eine größere Ansicht. (Grafik: Amazon)

Wir haben Alexa in den vergangenen Wochen sowohl mit Amazon Music Unlimited als auch mit Spotify Premium ausgiebig getestet. Beide Dienste funktionieren weitgehend reibungslos, wenngleich Alexa bei Spotify nicht die oben beschriebenen intuitiveren Sprachbefehle unterstützt, sondern auf einfachere Befehle wie “Alexa, spiele Musik von Coldplay”, “Alexa, spiele die Playlist XY” oder “Alexa, spiele No Roots von Alice Merton” limitiert ist. Merkwürdig: In den letzten Wochen hatte Alexa sporadische Aussetzer und konnte plötzlich einen Song nicht finden, der zuvor noch zuverlässig abgespielt wurde. Wir gehen davon aus, dass Amazon hier mit einem Update nachbessern wird.

Wer einen Echo Lautsprecher in einem Mehrpersonenhaushalt nutzt, sollte daran denken, dass mit Spotify Premium die Musik lediglich auf einem Gerät gleichzeitig gehört werden kann. Das kann im Alltag nervig sein, da die Musik auf dem Echo Lautsprecher unterbrochen wird, sobald mit dem gleichen Spotify-Account beispielsweise Musik auf einem Smartphone gehört hat. Wir haben uns aus diesem Grund dazu entschlossen, für den Echo-Lautsprecher im Wohnzimmer den Dienst “Amazon Music Unlimited für Echo” abzuschließen.

Steuerung der Beleuchtung

Unser Wohnzimmer haben wir mit Philips Hue Lampen ausgestattet, die nach der Aktivierung des Philips Hue Skill zuverlässig geschaltet werden können (“Alexa, schalte das Licht im Wohnzimmer an”). Anfangs gab es noch Probleme bei der Aktivierung von Lichtszenen (“Alexa, schalte Entspannen im Wohnzimmer ein”), mittlerweile hat Philips die Fehler aber offenbar behoben – in unseren letzten Tests wurden die Szenen zuverlässig aktiviert. Auch das Dimmen der Beleuchtung funktioniert reibungslos (“Alexa, schalte die Beleuchtung im Wohnzimmer auf 20%”).

Uhrzeit, Nachrichten und Wetter abfragen

Ganz ohne zusätzlichen Skill beantwortet Alexa Fragen nach der Uhrzeit und der Wetterprognose – Funktionen, die schnell einen festen Platz im Alltag eingenommen hat. Außerdem nutzen wir Alexa in Kombination mit dem ZDF Heute Skill, um schnell einen Überblick über die aktuelle Nachrichtenlage zu bekommen.

Steuerung des Smart Home System

Zahlreiche Smart Home-Plattformen bieten mittlerweile Skills für die Steuerung mit Amazon Alexa an – darunter Digitalstrom, Homee, IP-Symcon und Devolo Home Control. Aktuell setzen wir auf die Plattform von Magenta Smart Home, für die ebenfalls ein Alexa Skill verfügbar ist. Bislang können mit dem Skill nur vollständige Szenen und noch nicht einzelne Geräte gesteuert werden, was sich aber laut dem Hersteller mit dem nächsten Update ändern wird.

Amazon Echo: Überzeugt die Klangqualität des Lautsprechers?

Etwas enttäuscht sind wir von der Klangqualität des Amazon Echo-Lautsprechers. Zwar liegt es auf der Hand, dass angesichts der kompakten Abmessungen von dem Lautsprecher keine Klangwunder zu erwarten sind, einen etwas satteren Sound haben wir aber dennoch erwartet. Andererseits reicht die Musikleistung völlig aus, um kleinere Räume wie etwa ein Badezimmer vernünftig zu beschallen. Für größere Räume empfiehlt es sich, einen Echo (Dot) Lautsprecher mit hochwertigen Bluetooth-Lautsprechern, wie beispielsweise den Bose SoundLinkoder den Libratone Zipp*, zu koppeln.

Hifi-Fans können alternativ den 3,5 mm-Audioausgang nutzen, um den Echo Dot-Lautsprecher mit einem Audiokabel direkt an ihre Musikanlage anzuschließen. Schade finden wir, dass der große Echo-Lautsprecher im Unterschied zum Dot keinen Audioausgang besitzt.

Amazon Echo Erfahrungsbericht: Klangqualität des Lautsprechers

Amazon Echo: Die Klangqualität hat uns nicht so recht überzeugt.

Im Laufe des Jahres soll sich auch das Muliroom-System Sonos mit Amazon Alexa verheiraten lassen – der entsprechende Alexa Skill wird aktuell von ausgewählten Sonos-Nutzern getestet (Sonos mit Amazon Alexa steuern: Geschlossener Beta-Test läuft an). Besitzer eines Sonos Play:5 können bereits jetzt ihren Lautsprecher über den Audioeingang mit einem Amazon Echo Dot verbinden. Übrigens: Auch nach der Veröffentlichung des Sonos Skills wird weiterhin ein Echo-Gerät benötigt, um die Musik mit Alexa steuern zu können. Die Sonos-Lautsprecher sollen sich dann aber direkt über Alexa ansteuern lassen – der Umweg über den Audioeingang wird also künftig nicht mehr notwendig sein.

Amazon Echo: Vor- und Nachteile

Konnte uns Alexa in unserem Alltagstest überzeugen? Ein Blick auf die wesentlichen Vor- und Nachteile der Echo-Lautsprecher.

Vorteile

  • Einfache, unkomplizierte Einrichtung
  • Zuverlässig funktionierende Spracherkennung
  • Relativ günstiger Preis (insbesondere für den Echo Dot)
  • Hoher Funktionsumfang dank der zahlreichen Alexa Skills

Nachteile

  • Nutzung der Alexa Skills ist relativ umständlich
  • Alexa beherrscht keine mehrstufigen Dialoge
  • Klangqualität des Amazon Echo konnte uns nicht so recht überzeugen
  • Alexa kann nicht zwischen verschiedenen Nutzern unterscheiden
  • u.U. Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes

Amazon Echo Erfahrungsbericht: Unser Fazit

Amazon hat mit den Echo Lautsprechern eine neue Gerätekategorie geschaffen, die im Alltag durchaus praktisch ist. Alexa versteht uns deutlich besser als Apples Siri und wird in unserem Zuhause allein schon deshalb häufiger genutzt, weil sich der Echo Lautsprecher im Unterschied zu einem Smartphone immer am gleichen Platz befindet. Die Möglichkeit, mit Sprachbefehlen die Musik, die Beleuchtung und weitere Smart Home-Geräte zu steuern, möchten wir nicht mehr missen.

Damit Alexa darüber hinaus noch nützlicher wird und einen festen Platz als “Alltagshelfer” einnimmt, sollte Amazon die Funktionsweise der Alexa Skills überarbeiten, beziehungsweise weiterentwickeln – die Nutzung der Skills ist momentan noch zu umständlich, da der exakte Name des gewünschten Skill genannt werden muss.

Preis und Verfügbarkeit

Der Lautsprecher Amazon Echo ist in den Farbvarianten Schwarz und Weiss für rund 180 Euro bei Amazon erhältlich*. Der kleinere Echo Dot mit Audioausgang für den Anschluss an eine Musikanlage ist für rund 60 Euro bei Amazon* zu haben. Alexa kann zudem mit der Fernbedienung des Streaming-Sticks Fire TV* genutzt werden, der aktuell rund 40 Euro kostet. Bei dem Stick reagiert Alexa allerdings nicht auf Zurufen, stattdessen muss die Assistentin manuell mit der Fernbedienung aktiviert werden.

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12 Kommentare

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  10. Ich habe auf meinem Blog einen Artikel geschrieben, der sich ebenfalls mit Alexa beschäftigt. Auch ich habe die Umsetzung der Skills kritisiert. Wie soll das denn werden, wenn es 1000 Skills gibt?!
    Da haben die Entwickler nicht nachgedacht.

    Meine Bekannte und ich nutzen unsere Echo Dots mittlerweile nur noch ein- bis zweimal am Tag für Wetter und Nachrichten. Ich denke, der Hype wird sich schnell legen. Interessanter wird es, wenn Alexa von sich aus auf Nachrichten, Termine oder Erinnerungen hinweisen kann und wenn man darüber telefonieren kann.

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