Der Saugroboter hat schon wieder die Socken gefressen oder die Hausschuhe unter dem Sofa versteckt? Mit dem Ecovacs Deebot Ozmo T8 Aivi (Amazon-Link*) sollen solche Probleme der Vergangenheit angehören: Der Saugroboter soll mithilfe einer Künstlichen Intelligenz in der Lage sein, Socken, Kabel oder ähnliche Hindernisse zu erkennen. In unserem Test haben wir ausprobiert, wie gut das im Alltag funktioniert und ob der smarte Saug- und Wischroboter insgesamt empfehlenswert ist.

Lieferumfang und Inbetriebnahme

Werfen wir zunächst einen Blick auf den Lieferumfang, der ziemlich üppig ausfällt – was man angesichts des Verkaufspreises aber auch erwarten kann. In der Box befinden sich neben dem Saugroboter und der Ladestation ein Ersatzfilter, ausreichend Reinigungstücher, Erwsatzbürsten und gleich zwei Wischplatten mit Wassertank – dazu weiter unten mehr.

Die Einrichtung könnte einfacher nicht sein: Mit der App des Herstellers wird ein QR-Code gescannt, um das Gerät mit dem heimischen WLAN zu verbinden. Wer möchte, kann den Saugroboter anschließend noch einen Namen geben.

Ecovacs Deebot Ozmo T8 Aivi im Test
Ecovacs Deebot Ozmo T8 Aivi: Der Saugroboter ist hochwertig verarbeitet und schlicht gestaltet.

Bedienung und Funktionsumfang

Die Bedienung des Saugroboters erfolgt überwiegend mithilfe der Smartphone-App, da das Gerät selbst lediglich über eine  Start/Stop-Taste verfügt. In der App finden sich erfreulich viele Konfigurationsmöglichkeiten: Einstellen lässt sich etwa die Saugkraft, die Wasserdurchflussrate (dazu später mehr), die Lautstärke der Sprachausgaben (der Roboter informiert etwa darüber, dass ein Reinigungsvorgang abgeschlossen wurde) und vieles mehr.

Die App ist intuitiv aufgebaut, wurde in den letzten Monaten stetig weiterentwickelt und reagiert schnell und zuverlässig auf Eingaben – hier gibt es definitiv nichts zu kritisieren.

Reinigungsleistung und Navigation im Raum

Der T8 Aivi erfasst mit seinem Laserscanner die Umgebung und navigiert erstaunlich präzise durch die Räume. Hier macht sich bemerkbar, dass der Hersteller die Objekterkennung im Vergleich zu den Vorgängermodellen weiter verbessert hat: Laut Ecovacs werden Hindernisse und Wände jetzt auf die doppelte Entfernung erkannt – der virtuelle Grundriss wird dementsprechend schneller erstellt. Beim ersten Reinigungsvorgang solltet ihr vorab alle Türen öffnen und kleinere Hindernisse wegräumen, damit problemlos ein virtueller Grundriss von eurer Wohnung oder eurem Haus erstellt werden kann.

Nachdem der Saugroboter einen Grundriss der Wohnung erstellt hat, können einzelne Bereiche gezielt gereinigt oder als Sperrgebiet markiert werden.

Der Saugroboter scannt mehrere Ebenen eines Hauses, kann dabei allerdings nur zwei Karten parallel speichern. Die gezielte Raumreinigung gehört genauso zum Funktionsumfang wie die Möglichkeit, virtuelle Grenzen zu konfigurieren – ihr könnt auf dem Grundriss in der App also Bereiche markieren, die von der Reinigung ausgeschlossen werden sollen.

In unserem Test hat der Ozmo T8 ein gutes bis sehr gutes Reinigungsergebnis erzielt. Schmutz wurde zuverlässig vom Parkett, von Teppichen und von den Fliesen entfernt. Wichtig ist allerdings, je nach Verschmutzungsgrad die Saugleistung in der App anzupassen. Hier stehen die Optionen Leise, Standard, Maximal und Maximal+ zur Verfügung. Wenig überraschend erhöht sich der Geräuschpegel merklich mit zunehmender Saugkraft. Bei den ersten zwei Optionen empfanden wir den Lärmpegel als nicht wirklich störend – sie eignen sich also auch dann, wenn ihr während des Reinigungsvorgangs Zuhause seid. Wer die Zeitsteuerung nutzt und ohnehin nicht anwesend ist, kann den „Turbomodus“ aktivieren und von der noch höheren Saugleistung profitieren.

Der Staubbehälter lässt sich mit einem Handgriff…

…aus dem Gerät nehmen und unkompliziert entleeren.

Leider neigen die Seitenbürsten des Roboters gelegentlich dazu, sich unter einen (leichten) Teppich zu wühlen. Anstatt auf wird dann unter dem Teppich gereinigt, was manchmal auch sinnvoll sein kann, eigentlich aber nicht Sinn der Sache ist. Das Problem lässt sich lösen, indem der Teppich mit Klebeband (im Handel ist spezielles Teppichverlegeband erhältlich) auf dem Boden befestigt wird. Außerdem muss – wie bei jedem Saugroboter – natürlich die „Durchfahrtshöhe“ berücksichtigt werden: Der T8 benötigt zwischen dem Boden und dem Schrank, Bett oder Sofa mindestens 9,5 Zentimeter Platz, damit er den Bereich reinigen kann.

Der Akku hat in unserem Test trotz recht großer Räume nicht schlapp gemacht: Alle Zimmer wurden vollständig gereinigt, bevor der Ozmo T8 Aivi wieder zur Ladestation zurückgefahren ist. Sollte dem Helfer unterwegs doch einmal die Puste ausgehen, kehrt er nach dem Ladevorgang automatisch zu der Stelle zurück, wo er die Reinigung zuvor unterbrochen hat.

Treppenstufen werden von dem Ecovacs Deebot T8 Aivi natürlich erkannt – der Roboter bremst rechtzeitig ab.

Integrierte Überwachungskamera: Der Saugroboter wird zum Überwachungsroboter

Der Deebot Ozmo T8 wartet mit einer interessanten Zusatzfunktion auf: Die integrierte Kamera kann als fahr- und fernsteuerbare Überwachungskamera verwendet werden. Mit der App könnt ihr so wortwörtlich jeden Winkel des Hauses (na gut: Der Etage) auch von unterwegs im Auge behalten. Sicherlich: So eine Funktion kann man als Gimmick abtun, was ich zunächst auch getan habe. Als unser Smart Home-System aber vor einigen Tagen eine offene Terrassentür meldete und niemand Zuhause war, konnte ich mit der Kamera des Ozmo T8 von unterwegs feststellen, dass es sich erfreulicherweise nur um einen Fehlalarm handelte. Der Saugroboter als Überwachungsroboter – warum eigentlich nicht?

Die integrierte Kamera erkennt Hindernisse und kann für die Raumüberwachung eingesetzt werden.

Einen Wermutstropfen gibt es aber: Mit der Kamera kann der Raum nicht dauerhaft überwacht werden, da die Linse während des Ladevorgangs von der Ladestation überwacht wird. Eine Überwachungskamera kann der T8 somit nicht ersetzen, aber zumindest ergänzen.

Deebot Ozmo T8: Der Saugroboter wird zur fahrbaren Überwachungskamera

Sprachsteuerung mit Alexa und dem Google Assistant

Die Möglichkeit, den Saugroboter mit einem Sprachbefehl loszuschicken, gehört bei den Saugrobotern ab der mittleren Preisklasse fast schon zum Standard. Der Ecovacs Deebot T8 Aivi geht aber einen Schritt weiter: Mit einem an Alexa oder dem Google Assistant gerichteten Sprachbefehl könnt ihr den Roboter gezielt auffordern, einzelne Räume zu reinigen (die zuvor in der App natürlich entsprechend bekannt werden müssen). Was sich vielleicht ein wenig nach Spielerei anhört, ist im Alltag durchaus praktisch: „Alexa, sage Deebot, dass er das Wohnzimmer saugen soll.“ ist einfach wesentlich komfortabler, als ständig zur App greifen zu müssen.

Ozmo Pro: Elektrisch gesteuerte Wischplatte „bearbeitet“ den Boden

Während uns die Wischfunktion der meisten Saugroboter bislang noch nicht so richtig überzeugen konnte, macht der T8 Aivi auch in dieser Disziplin eine gute Figur: Neben einer einfachen Wischplatte mit Wassertank kann die mitgelieferte elektrisch gesteuerte Wischplatte „Ozmo Pro“ (ebenfalls mit Wassertank) für Bereiche mit hartnäckigeren Verschmutzungen eingesetzt werden. Der Ozmo T8 bearbeitet den Schmutz anschließend mit hochfrequenten Vibrationen. Der Boden wird mit dem feuchten Tuch also nicht nur leicht abgewischt (so wie es bei anderen Saug- und Wischrobotern der Fall ist), sondern mit der Platte regelrecht „bearbeitet“. Mit einer händischen Reinigung kann der Roboter zwar noch nicht ganz mithalten, das Ergebnis ist aber deutlich besser als bei den Konkurrenzprodukten, die das Reinigungstuch lediglich sanft über den Boden bewegen.

Tipp für den Wischmodus: Wenn nach dem Reinigungsvorgang noch Schmutz auf dem Boden bleibt, in der App den Modus „Tiefenschrubben“ aktivieren (standardmäßig ist „Schnellschrubben“ aktiviert), damit der Boden noch gründlicher gereinigt wird.

Mit hochfrequenter Vibration gegen den Schmutz: Die Wischplatte des T8 bearbeitet den Boden.

Die Kehrseite der Medaille: Die Reinigung mit dem Ozmo Pro ist relativ laut – wir haben rund 70 dB gemessen. Erfreulicherweise legt der Hersteller aber ja neben der elektrisch gesteuerten Wischplatte auch einen Aufsatz für einen normalen Wischvorgang mit in das Paket. Ihr könnt also je nach Verschmutzungsgrad entscheiden, ob ihr den Boden bearbeiten oder nur abgewischt werden soll. In beiden Fällen könnt ihr die Wasserdurchflussrate in der App konfigurieren – hier stehen die Optionen „Niedrig“, „Mittel“, „Hoch“ und „Sehr hoch“ zur Verfügung.

Sinnvoll ist die Teppicherkennung des T8: Teppiche oder Fußmatten müssen vor dem Wischen nicht beiseite geschafft werden, sondern werden von dem Roboter erkannt und umfahren. In unserem Test hat das sehr zuverlässig funktioniert – unabhängi von der Farbe und Beschaffenheit des Teppichs.

Obkjekterkennung mit künstlicher Intelligenz

Die meisten Saugroboter sind mittlerweile recht gut darin, größere Hindernisse wie Schränke oder Stuhlbeine zu erkennen. Kleinere Objekte, wie Spielzeug, Socken oder Schuhe, stellen aber oft ein Problem dar und werden vom Saugroboter gerne mal durch den gesamten Raum geschoben. Die künstliche Intelligenz (KI) des Ozmo T8 soll genau diese Hindernisse erkennen. Nach dem Reinigungsvorgang werden die Objekte auf dem vom Saugroboter erstellten Grundriss angezeigt. Wer möchte, räumt die Gegenstände weg und lässt den Roboter nachreinigen – das Gerät saugt oder wischt dann an genau den Stellen, an denen vorher noch nicht gereinigt werden konnte.

Schuhe haben den Weg versperrt: Auf Wunsch kann der Saugroboter die Bereiche nachreinigen.

In unserem Test hat die Objekterkennung einen gemischten Eindruck hinterlassen: Während Hindernisse wie Schuhe oder Kabel überwiegend erkannt und umfahren wurde, machten flachere Objekte wie Socken deutlich häufiger Probleme. Die Erkennungsrate ist zudem abhängig von den Lichtverhältnissen und der Farbe des Fußbodens – mit einer schwarzen Socke auf einer dunklen Fliese hat die künstliche Intelligenz wenig überraschend Probleme. Wer dem Saugroboter die Arbeit erleichtern möchte, sorgt dafür, dass die smarte Beleuchtung immer dann eingeschaltet wird, wenn der Sauger seine Runden dreht.

Unterm Strich navigiert der T8 Aivi aber spürbar „sicherer“ und effizienter als Modelle ohne Objekterkennung. Und: Der Hersteller will die Künstliche Intelligenz mit weiteren Bildern trainieren und so fortlaufend verbessern.

Ecovacs Deebot Ozmo T8 Aivi im Test: Unser Fazit

Der Deebot Ozmo T8 Aivi ist das aktuelle Flaggschiff aus dem Hause Ecovacs. In unserem Test konnte uns der Saugroboter (fast) auf ganzer Linie überzeugen: Das Reinigungsergebnis ist tadellos, Hindernisse werden zuverlässig erkannt und der Funktionsumfang lässt kaum Wünsche offen. Gut gefällt uns insbesondere die Möglichkeit, den Roboter gezielt einzelne Räume reinigen zu lassen.

Wir empfehlen den T8 denjenigen, die ein bestmögliches Reinigungsergebnis auch beim Wischvorgang erzielen und „komplexere“ Flächen (verwinkelte Räume, Bereiche mit Spielzeug auf dem Boden etc.) reinigen lassen möchte – und nicht auf den Preis schauen muss.

Der Ecovacs Deebot Ozmo T8 Aivi ist für rund 800 Euro im Handel (zum Beispiel bei Amazon*) erhältlich.

Anzeige / Letzte Aktualisierung am 23.09.2020 um 20:08 Uhr / Affiliate Links* / Bilder: Amazon

Deebot Ozmo T8 Aivi: Günstigere Alternative

Der kürzlich von uns getestete Ecovacs Deebot Ozmo 950 bietet ähnliche umfangreiche Funktionen und erzielt ebenfalls ein sehr gutes Reinigungsergebnis. Verzichten muss der Käufer bei der Alternative allerdings auf die erweiterte Objekterkennung mittels künstlicher Intelligenz (die meisten Hindernisse werden aber dennoch erkannt), der integrierten Kamera und der elektrisch gesteuerten Wischplatte – dafür fallen für den Ozmo 950 vergleichsweise günstige 444 Euro (Amazon*) an.

Ecovacs DEEBOT OZMO T8 Aivi

9.8

Bedienung

10.0/10

Reinigungsleistung

10.0/10

Funktionsumfang

9.0/10

Verabeitung & Design

10.0/10

Vorteile

  • sehr gute Reinigungsleistung
  • hoher Funktionsumfang
  • guter Wischmodus (elektrische Wischplatte)
  • sehr gute Navigationsleistung
  • gezielte Raumreinigung und
  • integrierte (Überwachungs-) Kamera

Nachteile

  • hoher Preis
  • Objekterkennung teilweise noch nicht zuverlässig
  • Seitenbürsten gelangen teilweise unter (leichte) Teppiche
Author

Nico berichtet seit 2013 über Smart Home-Themen und ist Herausgeber von Housecontrollers.de.

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