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Kabellose Überwachungskameras sind mittlerweile keine Seltenheit mehr. Die EufyCam E will mit einem günstigen Preis punkten und kommt ohne Cloud-Abo aus. In diesem Test erfahrt ihr, ob uns das Überwachungssystem überzeugen konnte.

Erster Eindruck und Inbetriebnahme


Der erste Eindruck ist schon einmal positiv: Im Lieferumfang befindet sich alles, was man braucht um direkt loslegen zu können: Neben zwei Überwachungskameras und der Zentrale liefert der Hersteller Montagematerial, ein Netzwerkkabel (für den Anschluss der Zentrale), ein MicroUSB-Kabel (um die Kameras zu laden) und sogar einen Warnaufkleber mit, der auf die Videoüberwachung des Grundstücks hinweist. Außerdem hat der Hersteller für jede Kamera eine magnetische Befestigung für den Innen- und eine Schraubbefestigung für den Außenbereich mit in das Paket gelegt. Eine 16 GB SD-Karte, auf der die Videos gespeichert werden, wird ebenfalls gleich mitgeliefert. Kurzum: Hinsichtlich des Lieferumfangs bleiben keine Wünsche offen.

EufyCam E im Test: Lieferumfang

Nach der Inspektion der Kamera und der Zentrale setzt sich der positive Ersteindruck fort: Die beiden Überwachungskameras sind angenehm kompakt und machen einen robusten und hochwertigen Eindruck. Gut gefällt uns, dass auch die Zentrale (Eufy nennt sie „Home Base“) vergleichsweise kompakt ist und somit neben dem Router nicht viel Platz beansprucht.

EufyCam E: Die äußerst kompakte Überwachungskamera macht einen robusten Eindruck.

Die Einrichtung des Überwachungssystems ist schnell erledigt:

  1. Smartphone-App des Herstellers laden und über die App den Einrichtungsvorgang starten
  2. Zentrale (Home Base) an den Router anschließen und einschalten. Kurz warten, bis die LED auf der Vorderseite der Home Base von der Farbe Rot zu Weiß wechselt.
  3. Die Sync-Taste auf der Home Base zwei Sekunden lang gedrückt halten, bis die Ansage „Die Home Base kann eingerichtet werden“ zu hören ist.
  4. Sync-Taste auf der Kamera drücken und warten, bis die Kamera mit der Home Base verbunden ist und anschließend die Kamera dem gewünschten Bereich (zum Beispiel Garten, Wohnzimmer, Veranda etc.) zuordnen – fertig!

In unserem Test hat die Einrichtung auf Anhieb reibungslos funktioniert. Nach ungefähr 10 Minuten war die EufyCam E einsatzbereit.

EufyCam E: Technische Fakten im Überblick

Stromversorgung Akku (bis zu 365 Tage Laufzeit)
Auflösung Ful HD (1080p)
Sichtfeld 140 Grad
Audio Zwei-Wege Audiofunktion
Konnektivität Funk
Speicher 16 GB Speicherkarte (im Lieferumfang enthalten) in der Zentrale
Bewegungserkennung ja
Wetterfest Ja, nach IP-65 

Bedienung und Funktionsumfang

Konfiguriert wird das Überwachungssystem mit der Smartphone-App des Herstellers, die für Android und iOS-Geräte verfügbar ist und sich intuitiv bedienen lässt.

Die Eufy Security App kann mit einer aufgeräumten Oberfläche und einer einfachen Bedienung überzeugen.

Während die App auf unserem iPhone X schnell geöffnet wird, dauert es rund drei bis vier Sekunden, bis das Livebild der Kamera angezeigt wird. Die kleine Verzögerung ist dem Umstand geschuldet, dass die Zentrale nicht permanent die Funkverbindung zur Kamera hält, sondern diese erst bei Bedarf herstellt (wenn eine Bewegung registriert oder das Livebild der Kamera abgerufen wird) – andernfalls wäre der Akku der Kamera in kurzer Zeit leer.

EufyCam E: Die kleinen Überwachungskameras eignen sich für den Innen- und Außeneinsatz.

EufyCam E: Akkulaufzeit

Um eine lange Akkulaufzeit zu erreichen, zeichnet die Kamera nicht permanent auf, sondern nur dann, wenn eine Bewegung registriert wird, wobei ihr zwischen drei Betriebsmodi wählen könnt:

  1. Optimale Akkulebensdauer: Die maximale Videolänge beträgt 20 Sekunden. Das System passt die Erkennungszeit automatisch an, um die Wahrscheinlichkeit zu verringern, dass dasselbe Objekt in kurzer Zeit zweimal erkannt wird.
  2. Optimale Überwachung: Der Videoclip kann bis zu 60 Sekunden lang sein. Das System versucht, jedes Ereignis möglichst genau aufzuzeichnen.
  3. Individuelle Konfiguration: In diesem Modus könnt ihr die Länge der Videos und die Erkennungsdauer individuell anpassen, wobei Videos eine maximale Länge 120 Sekunden haben können.

Der integrierte Akku der Kameras soll laut dem Hersteller bei einer üblichen Nutzung mit dem Modus „optimale Akkulebensdauer“ (10 Auslösungen von jeweils 20 Sekunden Aufnahmedauer pro Tag) rund ein Jahr lang durchhalten. Ob die Kameras diesen Wert im Alltag tatsächlich erreichen, wird der Langzeittest zeigen – wir reichen unsere Erfahrungen mit der Akkulaufzeit an dieser Stelle nach. Aber selbst wenn der Akku der Kamera einige Monate vorher schlapp macht, wäre das ein sehr guter Wert. Zum Vergleich: Die Kameras des Arlo-Systems müssen in der Regel nach drei bis vier Monaten wieder aufgeladen werden, allerdings ist für das Arlo-System ein Solarpanel erhältlich, das Eufy für seine Überwachungskameras bislang nicht anbietet.

Funktionsumfang: Zeitpläne, Sirene, Alexa und mehr

Mit Blick auf den Funktionsumfang bietet die EufyCam E alle Funktionen, die sich auch bei den Konkurrenzprodukten finden: Das System informieren mit einer Push-Nachricht auf dem Smartphone, sobald eine der Kameras eine Bewegung registriert hat. Die entsprechende Sequenz wird auf der SD-Karte in der Home Base gespeichert und kann über die App angesehen werden. Damit man nicht permanent über Bewegungen informiert wird, obwohl man sich Zuhause aufhält, unterstützt das System zwei Betriebsmodi: Zuhause und Abwesend. Jeder Modus kann entsprechend konfiguriert werden (z.B.: Keine Push Nachrichten versenden und kein Video aufzeichnen im „Zuhause“-Modus). In der App lässt sich zudem ein Plan hinterlegen, damit die Kamera zu bestimmten Zeiten und an bestimmten Tagen automatisch in den entsprechenden Modus wechselt.

Der Betriebsmodus der Kamera kann mit einem Zeitplan gewechselt werden.

Gut gefällt uns, dass das System mit einer Sirene ausgestattet ist, die über die App (oder auch automatisch) aktiviert werden kann – im Ernstfall hilft es schließlich wenig, wenn ein Einbrecher zwar gefilmt, letztendlich aber nicht von seinem Vorhaben abgehalten wird. Bei der automatischen Aktivierung der Sirene solltet ihr allerdings bedenken, dass es immer mal wieder zu einem Fehlarm kommen kann, beispielsweise weil die Katze der Nachbarn durch das Bild läuft. Insofern macht es Sinn, die automatische Aktivierung der Sirene nur im Innenbereich zu verwenden.

Die Überwachungskameras sind zudem mit Amazon Alexa kompatibel: Nach der Aktivierung des entsprechenden Skills* reicht ein Sprachbefehl („Alexa, zeige meine Gartenkamera“), um auf einem Amazon Echo Show, Echo Spot oder Fire Tablet ab der 7. Generation das Livebild einer Kamera aufzurufen. Falls ihr einen Fire TV Stick besitzt, könnt ihr euch das Livebild der Kamera sogar auf euren Fernseher holen.

In unserem Test hat die Alexa-Anbindung allerdings noch nicht ganz reibungslos funktioniert: Gelegentlich melde sich Alexa mit dem Hinweis „Überwachungskamera reagiert nicht“ – obwohl die Kamera über die Smartphone-App problemlos erreichbar war. Da der Hersteller die Alexa-Anbindung aktuell noch als „Beta“ bezeichnet, gehen wir davon aus, dass die Probleme (bald) mit einem Software-Update behoben werden.

EufyCam E: Livebild der Überwachungskamera auf dem Amazon Echo Show.
Der Echo Show und die weiteren Alexa-Geräte mit Display zeigen auf Zuruf das Livebild der EufyCam E.

Zusätzliche Funktionen, wie beispielsweise die Anbindung weiterer Smart Home-Systeme, bietet das Überwachungssystem noch nicht, eine Anbindung an die Automatisierungsplattform Ifttt und an den Google Assistant sollen aber laut dem Hersteller bald mit einem Update nachgeliefert werden.

EufyCam E: Überwachungskamera ohne Cloud-Kosten

Im Gegensatz zu vielen Konkurrenzprodukten funktioniert die EufyCam E gänzlich ohne Cloud-Abo, da die Videos auf der Speicherkarte in der Home Base abgelegt werden. In Kombination zu dem vergleichsweise günstigen Verkaufspreis wird das System mit Blick auf die Gesamtkosten dadurch noch attraktiver, schließlich summieren sich die Kosten für ein Cloud-Abo über die Jahre hinweg schnell auf mehre hundert Euro.

Der Nachteil des lokalen Speichers liegt aber auf der Hand: Falls ein Einbrecher die Home Base zerstört, kann nicht mehr auf die Videos zugegriffen werden. Die Zentrale des Systems sollte dementsprechend im Haus versteckt oder zusätzlich gesichert werden.

Habt ihr einen NAS im Einsatz? Dann könnt ihr die von den Überwachungskameras aufgezeichneten Videos zusätzlich auf eurem Netzwerkspeicher ablegen. Die NAS-Geräte von Synology sind laut Eufy Hersteller kompatibel, sofern das NAS-System das RTSP-Protokoll unterstützt, sollte es aber auch mit den Netzwerkspeichern anderer Hersteller funktionieren.

Bild- und Tonqualität

Die EufyCam E liefern mit einer Auflösung von 1080p eine für Überwachungskameras ausreichende Auflösung und ein scharfes, kontrastreiches Bild. Personen lassen sich sowohl bei Tag als auch bei Nacht gut erkennen und dank des Sichtfelds von 140 Grad lässt sich auch ein relativ großer Bereich mit einer Kamera abdecken.

Über die Zwei-Wege-Audiofunktion könnt ihr euch mit Personen vor der Kamera unterhalten. Erwünschten Gästen könnt ihr beispielsweise auf diesem Weg von unterwegs mitteilen, dass ihr bald Zuhause seid und unerwünschte Gästen darüber informieren, dass die Polizei bereits unterwegs ist. Die Sprachqualität ist nicht herausragend, reicht aber für kurze Gespräche oder Anweisungen absolut aus.

EufyCam E: Testaufnahme bei Tageslicht…
…und bei Nacht.

EufyCam E im Test: Unser Fazit

Das Überwachungssystem von Eufy überrascht zwar nicht mit besonders innovativen Funktionen, dafür kann sie aber mit einem angemessen Preis, einer langen Akkulaufzeit und einer einfachen Bedienung punkten. Die Probleme mit der Alexa-Anbindung – die sich allerdings momentan auch noch in der Beta-Phase befindet – tun wir als anfängliche Kinderkrankheit ab, die der Hersteller (hoffentlich) zeitnah mit einem Software-Update behebt.

Wir können für die EufyCam E Überwachungskameras eine klare Empfehlung aussprechen – nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass das System die Videos lokal speichert und somit keine Folgekosten für ein Cloud-Abo entstehen.

Das EufyCam E-Set bestehend aus der Zentrale und zwei Überwachungskameras ist für rund 400 Euro bei Amazon erhältlich*. Dank einer Rabattaktion könnt ihr das Set momentan allerdings für 320 Euro bestellen – dafür müsst ihr lediglich den entsprechenden Gutschein unter „Aktuelle Angebote“ auf der Produktseite bei Amazon* aktivieren. Eine zusätzliche Kamera kostet bei Amazon rund 150 Euro*.

Anzeige / Letzte Aktualisierung am 15.10.2019 um 10:14 Uhr / Affiliate Links* / Bilder: Amazon

eufy Überwachungskamera eufyCam E

9.2

Einrichtung

10.0/10

Bedienung

9.0/10

Verarbeitung & Design

9.0/10

Funktionsumfang

8.0/10

Bildqualität

9.0/10

Preis-Leistung

10.0/10

Vorteile

  • keine Abo-Kosten für Cloud-Dienst
  • zuverlässig im Betrieb
  • gute Bildqualität
  • lange Akkulaufzeit

Nachteile

  • kurze Verzögerung beim Bildaufbau
  • Alexa-Anbindung noch Beta
  • keine erweiterten Funktionen wie Gesichtserkennung o.ä.
Author

Nico berichtet seit 2013 über Smart Home-Themen und ist Herausgeber von Housecontrollers.de.

4 Kommentare

  1. Reicht für den Betrieb der Eufy cam eine relativ langsame Internetverbindung von 2000DSL aus?

  2. Nico Antworten

    Grundsätzlich kannst Du die Überwachungskameras problemlos betreiben, da die Videos ja auf der Zentrale des Systems gespeichert und nicht (unbedingt) in eine Cloud hochgeladen werden müssen. Was allerdings Probleme bereiten könnte ist der Zugriff auf die Videos, wenn Du unterwegs bist – das wird vermutlich nicht oder nur sehr langsam funktionieren.

  3. Wenn die Kamera erst BEI Bewegung die Base zwecks Aufzeichnung anspricht, sind dann die wertvollen Sekunden der ersten Bewegung trotzdem auf dem Video? Was nützt mir eine Kamera, wenn ich nur den Rücken der unberechtigten Person sehe. Und kann ich Bereiche von der Überwachung per App ausnehmen??

    • Nico Antworten

      „Wenn die Kamera erst BEI Bewegung die Base zwecks Aufzeichnung anspricht, sind dann die wertvollen Sekunden der ersten Bewegung trotzdem auf dem Video?“

      Ja, in unserem Tests war die Person vor der Kamera immer gut zu erkennen (ausgehend von einem „normalen“ Verhalten vor der Kamera). Ich vermute, dass der Bewegungsmelder größer ist als das Sichtfeld der Kamera, damit die Kamera rechtzeitig aktiviert wird (das ist aber wie gesagt nur eine Vermutung). Andererseits lässt sich ein Bereich sicherlich noch umfassender überwachen, wenn eine Kamera 24/7 aufnimmt – was die bislang erhältlichen Überwachungskameras mit Akku aber nicht leisten (und vermutlich in absehbarer Zeit auch nicht leisten werden). D.h. unter diesem Gesichtspunkt müsste dann eine klassische Überwachungskamera mit Anschluss an das Stromnetz zum Einsatz kommen.

      “ Und kann ich Bereiche von der Überwachung per App ausnehmen??“

      Das ist bislang nicht möglich.

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