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Wer eine Überwachungskamera kaufen möchte, kann sich über eine mangelnde Auswahl nicht beklagen: Zahlreiche Kameras buhlen um die Gunst der Verbraucher. In diesem Test erläutern wir, wie sich die Überwachungskamera von Bosch Smart Home von der Konkurrenz abgrenzt.

Erster Eindruck und Inbetriebnahme


Von einer Traditionsmarke wie Bosch erwarten wir einen gewissen Standard hinsichtlich Design, Qualität und Verarbeitung. Die Bosch Smart Home Überwachungskamera kann diese Erwartungen erfüllen und gehört unter den von uns getesteten Kameras definitiv zu den am besten verarbeiteten und optisch ansprechendsten Produkten. Die Kamera besitzt ein schlankes Gehäuse in Zylinderform, das zurückhaltend gestaltet ist und somit im Wohnbereich eine gute Figur macht, ohne dabei großartig aufzufallen.

Bosch Smart Home 360° Innenkamera
Ansprechendes Design und solide Verarbeitung: Die Bosch Smart Home 360° Innenkamera

Bosch Smart Home 360° Innenkamera: Technische Fakten im Überblick

Stromversorgung 5V Micro-USB Verbindung (Netzteil im Lieferumfang)
Auflösung 1920 x 1080 Pixel 
Sichtfeld 112° (360° durch Rotation)
Audio Zwei-Wege-Audio (Gegensprechfunktion)
Konnektivität WLAN (802.11 b/g/n 2.4 GHz)
Speicher Micro SD/ SDXC Karte (8 GB Karte im Lieferumfang enthalten)
Bewegungserkennung ja
Wetterfest nein (Hersteller bietet auch eine Kamera für den Außenbereich an)
Abmessungen 72 x 182 x 72 mm

Die Einrichtung der Überwachungskamera ist relativ unkompliziert und schnell abgeschlossen. Nach dem Download der App des Herstellers (Wichtig: Ihr benötigt die Bosch Smart Camera App und nicht die Bosch Smart Home App), müsst ihr zunächst einen kostenlosen Account (die so genannte Bosch ID) anlegen. Positiv fällt uns dabei auf, dass der Hersteller lediglich nach der E-Mail-Adresse, dem Vor- und Nachnamen und einem Passwort fragt – andere Unternehmen fragen bei der Gelegenheit gerne noch viele weitere Daten ab, die für die Nutzung überhaupt nicht benötigt werden.

Gut gefällt uns auch, dass bei der Vergabe des Passworts die Sicherheit des selbigen geprüft wird. Sicherlich: Eigentlich sollte das ein Standard sein aber noch immer gibt es (zu) viele Smart Home-Produkte, die es mit der Sicherheit nicht so genau nehmen und es dem Anwender ermöglichen, leicht zu erratende Passwörter zu vergeben.

Im nächsten Schritt werden in der App die Zugangsdaten des WLANs hinterlegt und mit einem QR-Code, der vor die Linse gehalten wird, auf die Überwachungskamera übertragen. Abschließend müssen wir uns noch etwas gedulden, da die Kamera ein Firmware-Update herunterlädt. Nach ein paar Minuten ist der gesamte Einrichtungsvorgang abgeschlossen und das Livebild der Kamera wird in der App angezeigt.

Leider setzt die Kamera zwingend ein 2,4 GHz-Netzwerk voraus – andere Frequenzen werden nicht unterstützt. Diese Beschränkung auf eine Frequenz ist aus unserer Sicht nicht mehr zeitgemäß, hier sollte der Hersteller nachbessern.

Bedienung und Funktionsumfang

Die 360° Innenkamera wird über die Bosch Smart Camera App (erhältlich für Android und iOS) oder über Alexa-Sprachbefehle bedient. Von vergleichbaren Produkten der Konkurrenz hebt sich die Kamera mit ihrem „360 Grad Blick“ ab: Das Kameraobjektiv kann rotieren und somit – eine zentrale Positionierung der Kamera vorausgesetzt – den gesamten Raum im Blick behalten. In der App tippt ihr einfach links oder rechts auf das Livebild der Kamera, um das Objektiv – mit einer Verzögerung von ein bis zwei Sekunden – zu bewegen. Der Clou: Die Kamera registriert auch Bewegungen, die sich außerhalb des Sichtfelds des Objektivs befinden und schwenkt auf Wunsch automatisch zum Ort des Geschehens. Sollte sich ein Einbrecher etwa von hinten heranschleichen, bewegt die Kamera das Objektiv innerhalb von ein bis zwei Sekunden, um den unerwünschten Gast ins Sichtfeld zu nehmen.

Bosch Smart Camera App
Der Zugriff auf die Videos und die Konfiguration der Überwachungskamera erfolgt mit der Bosch Smart Camera App.

Sicherlich sind dreh- oder -schwenkbare Kameraobjektive keine wirkliche Innovation, im Zusammenspiel mit der „Automatisch drehen“-Funktion, die Bewegungen außerhalb des Sichtbereichs vor die Kameralinse holt, hat der Hersteller aber einen klaren Produktvorteil geschaffen: Anstatt mehrere Kameras für die Überwachung eines Raums anschaffen zu müssen, reicht in vielen Fällen eine 360° Innenkamera, um den Raum vollständig zu überwachen.

Überwachungskamera von Bosch: Das Objektiv kann geschwenkt und zum Schutz der Privatsphäre eingefahren werden.

In unserem Test hat die Bewegungserkennung, deren Empfindlichkeit in der App eingestellt werden kann, schnell und zuverlässig funktioniert. Auch die Benachrichtigungen auf dem Smartphone wurden unmittelbar nach dem Ereignis zugestellt. Auf Wunsch reagiert die Kamera zudem auf Geräusche. Ist diese Funktion aktiviert, würdet ihr beispielsweise eine Nachricht erhalten, wenn eine Glasscheibe eingeschlagen wird. Auch die Empfindlichkeit dieser Funktion kann in der App angepasst werden.

Dank eines Alexa Skills* lässt sich die Kamera mit Amazons Sprachassistenten verbinden. Anschließend lässt sich die Kamera nicht nur mit einem Sprachbefehl aktivieren, sondern auch der Livestream auf einem Echo-Lautsprecher mit Display (beispielsweise den Echo Show 2) anzeigen. In unserem Test wurde das Livebild der Kamera schnell und zuverlässig auf unserem Echo Show angezeigt. Wer einen Fire TV besitzt, kann sich das Bild der Kamera zudem mit einem Alexa-Sprachbefehl auf seinen Fernseher holen.

Bosch Innenkamera: Livestream auf dem Echo Show 2
Innenkamera von Bosch: Auf Zuruf zeigt der Echo Show das Livebild an.

Übrigens: Die Kamera informiert mit einer Push-Nachricht auch darüber, wenn sie vom Stromnetz getrennt wurde oder sich aus anderen Gründen nicht mehr mit dem Netz verbinden kann.

Keine Abokosten: Überwachungskamera mit kostenloser Cloud

Die Videos der Überwachungskamera werden auf der integrierten Speicherkarte und in der Cloud des Herstellers gespeichert – letzteres macht Sinn, da die Aufzeichnungen andernfalls verloren wären, wenn ein Einbrecher kurzerhand die Kamera mitnimmt oder beschädigt. Die Videos werden sowohl im heimischen WLAN als auch von unterwegs recht schnell geladen.

Ein weiterer Pluspunkt: Während sich die Cloud-Dienste der meisten Hersteller nur mit einem kostenpflichtigen Abo sinnvoll nutzen lassen, verzichtet Bosch erfreulicherweise vollständig auf eine Gebühr.

Bosch Smart Home 360° Innenkamera: Fokus auf die Privatsphäre

Ein Thema, das im Zusammenhang mit Überwachungskameras oft diskutiert wird, sind Beeinträchtigungen der Privatsphäre: In Mehrpersonenhaushalte fühlen sich weitere Mitbewohner möglicherweise permanent beobachtet – schließlich kann man nie so genau wissen, ob die Kamera gerade aufzeichnet oder nicht.

Die Bosch Smart Home 360° Innenkamera versenkt das Objektiv vollständig im Gehäuse, sobald die Aufzeichnungsfunktion deaktiviert wird – somit ist auf dem ersten Blick ersichtlich, ob die Kamera aufzeichnet oder nicht. Bosch betont zudem, dass die Videos mit einer End-to-End Verschlüsselung gespeichert werden und somit vor fremden Zugriffen geschützt sind.

Bosch 360 Innenkamera
Die Überwachungskamera im „Privacy-Modus“: Das Objektiv ist eingefahren.

Nach all dem Lob kommen wir zur Kritik: Vermisst haben wir eine Geo-Fencing-Funktion, mit der die Kamera standortabhängig eingeschaltet wird, wenn die Bewohner das Haus verlassen und wieder deaktiviert wird, wenn die Bewohner wieder anwesend sind. Diese Funktion würde nicht nur den Schutz der Privatsphäre verbessern, sondern auch nervige „Fehlalarme“ (Benachrichtigungen aufgrund von Bewegungen, die man selbst verursacht hat) vermeiden.

In der App lassen sich zwar Zeitfenster hinterlegen, zu denen keine Benachrichtigungen verschickt werden sollen, wer sich aber oft zu unterschiedlichen Zeiten Zuhause aufhält, wird mit dieser Funktion nicht viel anfangen können und die Kamera etwas umständlich über die App (oder mittels Tippen auf die Oberseite des Gehäuses) ein- und ausschalten müssen. Hier sollte der Hersteller mit einem Software-Update nachbessern oder aber, und damit wären wir bei unserem zweiten Kritikpunkt, die Kompatibilität zu weiteren Smart Home-Systemen herstellen, mit denen die An- und Abwesenheit der Bewohner registriert und der entsprechende Status an die Kamera übergeben werden könnte. Immerhin: Mit einem Alexa-Sprachbefehl kann die Kamera auch eingeschaltet werden (die Deaktivierung ist sinnvollerweise mittels Sprachbefehl nicht möglich).

Bild- und Tonqualität

In unserem Test konnte die Bosch Smart Home 360° Innenkamera mit einer klaren und kontrastreichen Bildqualität sowohl bei Tag als auch in der Nacht punkten. Ebenfalls positiv: Das Livebild der Kamera wurde innerhalb von wenigen Sekunden in der App angezeigt – hier brauchen Überwachungskameras wie das Arlo-System teilweise deutlich länger. Dank des recht großen Blickwinkels von 120° im Zusammenspiel mit der (automatischen) Schwenkfunktion, kann der Raum zuverlässig überwacht werden.

Testbild Bosch Smart Home 360° Innenkamera
Testbild der Bosch Smart Home 360° Innenkamera

Die Gegensprechfunktion hat hingegen ihre Grenzen: Der integrierte Lautsprecher der Überwachungskamera gibt zwar recht verständlich den Gesprächspartner wieder, der die Smartphone-App verwendet. Die umgekehrte Richtung funktioniert allerdings nur eingeschränkt: Wir konnten die Person, die sich vor der Kamera befindet, teilweise nicht gut verstehen, da einige Sätze abgehackt wiedergegeben wurden. Ein richtiger Dialog wie bei einer Gegensprechanlage ist somit nicht möglich, die Funktion reicht aber völlig aus, um kurze Anweisungen zu übermitteln oder die Einbrecher darüber zu informieren, dass die Polizei bereits verständigt wurde.

Bosch Smart Home Überwachungskamera im Test: Unser Fazit

Mit der Bosch Smart Home 360° Innenkamera lassen sich auch größere Räume dank der automatischen Schwenkfunktion unkompliziert überwachen. Die Einrichtung und die Bedienung sind unkompliziert – eine automatische Erkennung der An- und Abwesenheit der Bewohner gehört aber leider noch nicht zum Funktionsumfang. Sehr gut gefällt uns der Fokus auf die Privatsphäre (Kameraobjektiv lässt sich im Gehäuse versenken) und der kostenlose Clouddienst: Im Unterschied zu vielen vergleichbaren Produkten fallen keine Abogebühren an.

Bosch Smart Home 360° Innenkamera ist aktuell für rund 150 Euro im Handel, zum Beispiel bei Amazon*, erhältlich.

Anzeige / Letzte Aktualisierung am 17.10.2019 um 13:34 Uhr / Affiliate Links* / Bilder: Amazon

Bosch Smart Home 360° Innenkamera

EUR 150
9.2

Einrichtung

10.0/10

Bedienung

8.0/10

Verarbeitung & Design

9.0/10

Funktionsumfang

9.0/10

Preis-Leistung

10.0/10

Vorteile

  • gute Bildqualität
  • Automatische Schwenkfunktion
  • keine Abogebühren
  • ansprechendes Design
  • Funktionen zum Schutz der Privatsphäre

Nachteile

  • keine automatische Erkennung der An-/Abwesenheit
  • setzt 2,4 GHz-Netzwerk voraus
  • Audiofunktion mit Einschränkungen
  • HomeKit/Siri wird nicht unterstützt
Author

Nico berichtet seit 2013 über Smart Home-Themen und ist Herausgeber von Housecontrollers.de.

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