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Marius von der Forst ist Co-Autor des Buchs „Einbruchschutz: Sicherheit für Haus und Wohnung“ (Amazon*). In dem Buch zeigt der langjähriger Redakteur unf Journalist (Redaktionsbüro Textquartier) ausführlich auf, wie das eigene Zuhause vor Einbrechern geschützt werden kann. Im Interview mit HouseControllers erläutert der Experte, welche Maßnahmen für den Einbruchschutz wirklich helfen.

HouseControllers: Herr von der Forst, Sie beschäftigen sich intensiv mit dem Thema Einbruchsicherung und sind Autor des Buchs „Einbruchschutz: Sicherheit für Haus und Wohnung“. Wenn ich mein Haus gegen Einbrecher schützen möchte, womit sollte ich anfangen? Was ist aus Ihrer Sicht die wichtigste Maßnahme?

Einbruchschutz: Experte Marius von der Forst
Marius von der Forst

Marius von der Forst: Mein Kollege Markus Fasse, der gleichermaßen an dem Buch beteiligt war, und ich haben uns ausführlich mit allen Aspekten rund um das Thema Einbruchschutz befasst. Die große Erkenntnis, die wir dabei gewonnen haben, ist: Die Technik kann noch so gut sein – den 100-prozentigen Schutz gibt es leider nicht. Der beste Einbruchschutz ist deshalb Aufmerksamkeit. Auch wenn zu neugierige Nachbarn anstrengend sein können, in Sachen Einbruchschutz sind aufmerksame Anwohner das beste Mittel. Einbrecher werden am effektivsten durch Hinweise aus der Nachbarschaft aufgespürt.

Des Weiteren spielt das eigene Verhalten eine große Rolle: Eine Garageneinfahrt mit geparktem Zweitwagen, hingeworfenen Gummistiefeln und Sandkasten-Spielzeug der Kinder in der Ecke sieht nicht gerade danach aus, dass Sie drei Wochen im Urlaub sind. Weitere solcher subtilen Tipps haben wir in dem Buch zusammengetragen.

HouseControllers: Mit welchen Kosten muss ich ungefähr rechnen, wenn ich mechanische Schutzvorrichtungen an Fenstern und Türen anbringen möchte? Muss ich die Kosten alleine tragen oder gibt es staatliche Zuschüsse?

Für den Anfang reicht vielleicht auch ein Querriegelschloss

Marius von der Forst: Gerne würde ich eine befriedigende Antwort geben, aber leider trifft auch hier die Aussage „Nach oben hin offen“ zu. Wenn Sie Ihr Haus mit dem besten Überwachungsschutz ausstatten möchten, geht das natürlich ins Geld. Aber für den Anfang reicht vielleicht auch schon ein Querriegelschloss für die Wohnungstür. Gute Modelle erhalten Sie bereits schon zu Preisen ab 200 bis 300 Euro.

Was die Finanzierung angeht: Es gibt regionale Förderungen und Kredite, die sich gut für Umbaumaßnahmen nutzen lassen. Ist die Renovierung auch mit der Energieeffizienz des Hauses verbunden, bietet auch die KfW einen attraktiven Kredit sowie einen Förderungszuschuss. Und was auch nicht vergessen werden darf: Die fachliche Installation der Sicherheitsvorkehrungen lassen sich auch als „haushaltsnahe Dienstleistungen“ in der Steuererklärung angeben.

HouseControllers: Auf dem Markt sind zahlreiche Smart-Home-Systeme erhältlich, die sich auch als einfaches Alarmsystem verwenden lassen. Sind solche Systeme aus Ihrer Sicht hilfreich oder sollte man stattdessen lieber in eine professionelle Alarmanlage investieren?

Marius von der Forst: Zunächst sollte man wissen, dass neben den erwähnten Themen Aufmerksamkeit und „richtiges Verhalten“ vor allem die mechanischen Schutzvorrichtungen helfen. Das bereits erwähnte Querriegelschloss ist eine der besten Schutzmaßnahmen für Türen. Und solide Pilzkopfzapfen an den Fensterbeschlägen bringen mehr als die beste Alarmanlage. Denn die meisten Einbrecher geben den Versuch auf, sollten sie nach wenigen Minuten immer noch nicht geschafft haben, in das Haus hineinzukommen.

Aber klar, Alarmanlagen sind ergänzend zu dem mechanischen Schutz natürlich praktisch. Und ja, auch Alarmanlagen für Smart-Home-Systeme sind ebenso zu empfehlen. Das ist am Ende Geschmackssache und eine Frage des Budgets. Wichtig bei Smart-Home-Alarmanlagen ist aber, dass sie korrekt eingerichtet sind und auch digitalen Einbrechern keine Sicherheitslücken öffnen.

HouseControllers: Ergänzend können Überwachungskameras wie beispielsweise die Ring Spotlight Cam oder die Netatmo Presence eingesetzt werden, um das eigene Zuhause jederzeit im Blick zu behalten. Welche Aspekte sollten bei der Inbetriebnahme einer Überwachungskamera beachtet werden?

Marius von der Forst: Überwachungskameras sind ein kompliziertes Thema. Hängen sie zu niedrig, kann ein Einbrecher diese gegebenenfalls viel zu leicht erreichen. Hängen sie zu hoch, sieht man am Ende das Gesicht des Einbrechers nicht. Am wichtigsten aber ist, dass die Kamera ausschließlich das eigene Grundstück bzw. – im Falle einer Innenkamera – nur die eigene Wohnung überblickt. Sieht man Nachbargrundstücke oder die Straße, ist das ein Verstoß gegen den Datenschutz. Mein Rat: Lassen Sie die Kamera am besten von einem Fachmann oder einer Fachfrau installieren.

HouseControllers: Wie sollte ich mich verhalten, wenn ich feststelle, dass sich trotz aller Sicherheitsvorkehrungen gerade Einbrecher im Haus aufhalten?

Marius von der Forst: Befindet man sich während eines Einbruchs zu Hause, hat die Sicherheit Vorrang. Stellen Sie sich einem Einbrecher nicht in den Weg oder dergleichen. Lassen Sie ihn fliehen. Die meisten Einbrecher sind überhaupt nicht auf Konfrontation aus. Laut dem Landeskriminalamt NRW fliehen 85 Prozent der Einbrecher, sobald sie bei der Tat entdeckt werden. Deswegen sollte man nie ausprobieren, wie ein Einbrecher in Panik reagiert.

Nach Vergewisserung, ob ein Einbrecher noch vor Ort ist oder nicht, folgt der Griff zum Telefon. 110 wählen! Und solange die Polizei noch nicht da ist, empfiehlt es sich, nichts anzufassen. Besser ist es, schon mal bei den Nachbarn Informationen oder Hinweise zum Einbruch einzuholen. Weitere wichtige Maßnahmen – vor allem auch gegen den Schock nach dem Einbruch – haben wir in unserem Buch „Einbruchschutz: Sicherheit für Haus und Wohnung“ (Amazon*) zusammengefasst.

Bildnachweis Titelgrafik: Lucky Business / Shutterstock

Author

Nico berichtet seit 2013 über Smart Home-Themen und ist Herausgeber von Housecontrollers.de.

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