Ein Smart Speaker für jeden Raum? Wer auf Apples HomeKit setzt, musste für dieses Vorhaben bislang tief in die Tasche greifen: Über 300 Euro wurden für den mittlerweile eingestellten großen HomePod fällig. Im vergangenen Jahr hat Apple mit dem HomePod Mini (erhältlich z.B. bei Cyberport*) endlich eine bezahlbare Alternative auf den Markt gebracht. Wir berichten, wie gut sich die kleine Kugel im Alltag schlägt.

Verarbeitung und Funktionsumfang

Der HomePod Mini ist – obwohl der Name anderes vermuten lässt – nicht einfach eine verkleinerte Version seines großen Bruders. Apple hat dem Smart Speaker ein eigenes, rundlicheres Design verpasst. Beim Auspacken waren wir etwas überrascht, wie kompakt der Speaker ist: Ob der Lautsprecher mit seiner Höhe von acht Zentimetern und seinem Durchmesser von rund zehn Zentimetern einen vernünftigen Klang bieten wird?

HomePod Mini Test: Die Siri-Zentrale
HomePod Mini im Test: Kompakte „Siri-Zentrale“

Verarbeitung und Design können auf jeden Fall überzeugen. Warum aber das USB-C Netzkabel mit dem Lautsprecher fest verbunden und sich nicht etwa durch eine längere Ausführung austauschen lässt, bleibt Apples Geheimnis.

Auf der Oberseite besitzt der Mini ein Touchfeld (Lauter / Leiser) und ein Display, das in erster Linie mit netten Effekten Siri-Aktivitäten visualisiert. Weitere Informationen, wie beispielsweise zum gerade abgespielten Song, werden nicht angezeigt – wer einen Smart Speaker mit einem richtigen Display sucht, muss sich nach wie vor bei der Konkurrenz von Amazon und Google umsehen.

HomePod Mini Display
Auf dem Display des HomePod Minis werden Siri-Aktivitäten visualisiert – mehr aber auch nicht.

Hinsichtlich des Funktionsumfangs hinkte Apples Siri im Vergleich zu Alexa oder dem Google Assistant lange hinterher, hat aber zuletzt deutlich aufgeholt. Der Sprachassistent aus Cupertino kann mittlerweile nicht mehr nur einfache Fragen nach dem Wetter oder den anstehenden Terminen, sondern auch etwas komplexere Fragen wie beispielsweise nach den Öffnungszeiten des Supermarkts im Nachbarort beantworten. Dennoch: Auf dem Niveau von Alexa und dem Google Assistant ist Siri noch nicht angekommen, im Alltag muss der Assistent oft mit einem „Das weiß ich leider nicht“ passen. Die Aktivierung des Sprachassistenten mit „Hey Siri“ funktionierte in unserem Test absolut zuverlässig und viel besser als auf einem iPhone oder iPad.

Die Musiksteuerung funktioniert über Siri gut – sofern man sich in Apples Ökosystem bewegt und entweder Apple Music oder Deezer (siehe dazu: HomePod Mini unterstützt jetzt auch Deezer) abonniert hat. Spotify und Amazon Music werden noch immer nicht unterstützt. Wer diese Streamingdienste nutzt, muss die Musik umständlich auf dem Smartphone auswählen und über Airplay an den HomePod Mini schicken – wirklich smart ist das nicht. Wir gehen aber davon aus, dass der HomePod Mini früher oder später weitere Streamingdienste unterstützen wird – Spotify arbeitet Gerüchten zufolge bereits an einer entsprechenden Integration.

Übrigens: Der Einrichtungsvorgang des Lautsprechers könnte einfacher nicht sein: Einfach den HomePod Mini einschalten, das iPhone an den Speaker halten und den Raum auswählen, in dem er steht – das war es auch schon.

Technische Eigenschaften

Abmessungen des HomePod Mini84,3 x 97,9 mm
FarbenGrau, Weiß
Stereo-Kopplung möglich?Ja
WLANDualband-WLAN, 802.11n (2,4 und 5 GHz), Thread
SchnittstellenAirPlay 2, Bluetooth (5.0)
SprachassistentenSiri
Multiroom-fähigJa (via AirPlay 2)
Aux-Eingang/AusgangNein
TreiberVollbereichstreiber mit zwei passiven Radiatoren
Preisrund 100 Euro

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Apple HomePod Mini

Smart Speaker mit Siri

  • füllt einen Raum mit 360 Grad Sound
  • Smart Home-Steuerung mit Siri
  • zwei HomePod Minis zu einem Stereopaar koppeln

HomePod Mini: Musikübergabe via Handoff

Im Alltag praktisch ist die Handoff-Funktion: Musik, die auf dem iPhone abgespielt wird, kann automatisch an den HomePod Mini übergeben werden, indem das Smartphone kurz in unmittelbarer Nähe des Smart Speakers gehalten wird. Der umgekehrte Weg funktioniert ebenfalls: Einfach das Smartphone erneut an den HomePod Mini halten und die Musikwiedergabe wird auf dem Lautsprecher pausiert und auf dem Smartphone fortgesetzt.

Voraussetzung für die Handoff-Funktion dafür ist allerdings ein iPhone mit dem Ultrabreitband-Chip „U1“, den Apple ab dem iPhone 11 verbaut. Immerhin funktioniert Handoff auch mit Spotify, Amazon Music oder anderen Streamingdiensten.

Handoff-Funktion des HomePod Mini
Handoff: Die auf dem iPhone gespielte Musik kann unkompliziert an den HomePod Mini übergeben werden.

HomePod Minis als Mac-Lautsprecher

Mit seinen kompakten Abmessungen und dem relativ günstigen eignen zwei als Stereopaar verbundene HomePod Minis gut als PC-Lautsprecher auf dem Schreibtisch. Was anfangs nur eingeschränkt funktioniert hat – es konnte nur ein Lautsprecher von Mac OS angesprochen werden – funktioniert seit dem Update auf macOS 11.3 reibungslos: In den Einstellungen könnt ihr jetzt einfach das Stereopaar anklicken und schon erfolgt die Musikwiedergabe auf den externen Lautsprechern. Empfehlen können wir diese Option insbesondere denjenigen, die einen Mac Mini besitzen, da der integrierte Lautsprecher des kleinen Macs doch sehr zu wünschen übrig lässt.

Mac Mini und HomePod Mini
Mac Mini und HomePod Mini: Die Zusammenarbeit mit macOS läuft mittlerweile rund.

Klangqualität des HomePod Mini

Eingangs haben wir befürchtet, dass der HomePod Mini mit seinen kompakten Abmessungen keine überzeugenden Klangeigenschaften bietet. Ein Klangwunder darf man in der Tat nicht erwarten, dennoch waren wir von der Audioqualität des kleinen Lautsprechers positiv überrascht: Apple hat ganze Arbeit geleistet, um den bestmöglichen Klang aus der kleinen Kugel herauszuholen. Selbst bei einer hohen Lautstärke wird Musik verzerrungsfrei wiedergegeben, was auf die Echtzeitklang-Anpassung zurückzuführen sein dürfte: Mit den integrierten Mikrofonen und dem verbauten S5-Chip optimiert der Lautsprecher die Klangeigenschaften automatisch und passt sich so der Umgebung an.

Dennoch eignet sich der Mini natürlich nicht für die Beschallung größere Räume. Für die gelegentliche Musikwiedergabe, etwa in der Küche oder im Arbeitszimmer, ist der HomePod Mini aber eine gute Wahl. A propos Arbeitszimmer: Hier machen sich klanglich zwei HomePod Minis als Stereopaar auf dem Schreibtisch gut, wenngleich dieses Setup im Moment noch mit den oben beschriebenen Einschränkungen unter macOS leidet.

HomePod Mini und HomeKit: Das Traumpaar?

Ihre Stärke spielt die kleine Kugel im Smart Home aus – allerdings nur dann, wenn ihr (vollständig) auf Apples HomeKit-Plattform setzt, denn nur HomeKit-kompatible Geräte können mit Siri gesteuert werden. Das vorausgesetzt, ist der HomePod Mini in der Tat eine perfekte Ergänzung für das Smart Home: Mit einem vertretbaren Preis von rund 100 Euro lässt sich eine kleine „Siri-Zentrale“ überall dort platzieren, wo sie benötigt wird.

Der Mini fungiert übrigens auch als Home Hub, kann sich also als Herzstück des HomeKit-Systems um die Steuerung der verbundenen Geräte kümmern. Hierfür unterstützt der Lautsprecher auch den neuen Thread-Standard, mit dem sich perspektivisch ein zuverlässigeres Funknetzwerk aufbauen lässt (siehe dazu unseren Erfahrungsbericht: HomeKit mit Thread). Erste Hersteller, wie beispielsweise der HomeKit-Spezialist Eve, unterstützen das Protokoll bereits (siehe dazu: Eve kündigt Thread-Unterstützung für HomeKit-Produktlinie an).

Mit „Intercom“ bietet Apple mittlerweile ein Feature, dass Nutzer von Amazon Alexa unter dem Namen „Drop In“ kennen: Per HomePod (Mini), iPhone, iPad oder Apple Watch könnt ihr unkompliziert Sprachnachrichten an die Familie oder an andere Mitbewohner schicken („„Hey Siri, sage allen, dass es Abendessen gibt“). Eingerichtet wird die Funktion in der Home-App. Hier könnt ihr auch konfigurieren, auf welchen HomePods die Sprachnachrichten abgespielt werden sollen und ob ihr die Nachrichten auch dann erhalten wollt, wenn ihr unterwegs seid.

Wer die Wahl hat… HomePod Mini oder Amazon Echo?

Mit einem Preis von rund 100 Euro ist der HomePod Mini zwar bezahlbar, im Vergleich zu den Smart Speakern aus dem Hause Amazon aber – typisch für Apple – teuer. So ruft Amazon für den Echo Dot in der vierten Generation mit 60 Euro nur etwas mehr als die Hälfte von dem auf, was Apple für seinen Smart Speaker verlangt. Wer 80 Euro investiert, bekommt sogar mit dem Echo Show 5 einen Smart Speaker mit Display. Hinzu kommt, dass Amazons Sprachassistentin Alexa mehr Funktionen als Siri bietet und das Angebot an Alexa-kompatiblen Smart Home-Geräten kaum Wünsche offen lässt.

Was spricht also für den HomePod Mini im Vergleich zu einem Amazon Echo Dot? Je nach Nutzungsverhalten und persönlichen Präferenzen können die folgenden Aspekte ausschlaggebend sein:

  • Der HomePod Mini integriert sich gut in das Ökosystem von Apple: Auf einem Mac könnt ihr den Homepod als externen Lautsprecher auswählen und die „Übergabe“ des gerade auf dem iPhone gespielten Songs zum HomePod Mini (siehe oben) funktioniert im Alltag richtig gut.
  • Klanglich überzeugt uns der HomePod Mini eher als der günstigere Echo Dot in der 4. Generation.
  • Siri kann als datenschutzfreundlichere Alternative zu Amazons Alexa betrachtet werden. Künftig soll Siri Sprachbefehle auch direkt auf dem Gerät bearbeiten können – bei Alexa werden die Aufnahmen zwingend auf den Servern von Amazon verarbeitet.

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HomePod Mini im Test: Unser Fazit

Der HomePod Mini bietet trotz der geringen Abmessungen einen überraschend guten Klang, auch wenn er in dieser Hinsicht natürlich nicht mit dem größeren HomePod mithalten kann. Empfehlen können wir die kleine Kugel insbesondere denjenigen, die ihr Smart Home mit HomeKit realisiert haben und nach einer relativ günstigen Möglichkeit suchen, die Siri-Sprachsteuerung zu nutzen – ohne ständig ein iPhone dabei zu haben. Im „HomeKit Smart Home“ kann der Siri auch als Home Hub punkten und sorgt mit Thread für eine zuverlässigere Kommunikation mit den HomeKit-Geräten.

Preis und Verfügbarkeit

Der HomePod Mini ist in den Farben Schwarz oder Weiß für rund 100 Euro, beispielsweise bei Cyberport* oder NBB*, erhältlich.

Apple HomePod Mini: Mögliche Alternativen

Wer für einen kleinen Smart Speaker keine 100 Euro ausgeben möchte, kann zu dem oben bereits erwähnten Amazon Echo Dot greifen, der regulär für rund 60 Euro erhältlich ist und von Amazon immer mal wieder reduziert wird – beispielsweise am jährlich stattfindenden Prime Day.

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Apple HomePod Mini

8.8

Einrichtung

10.0/10

Funktionsumfang

8.0/10

Klangqualität

8.0/10

Preis-Leistung

9.0/10

Vorteile

  • guter Sound trotz der geringen Abmessungen
  • einfache Einrichtung
  • hochwertige Verarbeitung
  • kann als HomeKit-Zentrale eingesetzt werden

Nachteile

  • unterstützt bislang nur Apple Music und Deezer, noch nicht Spotify & Co.
  • Kabel lässt sich nicht abziehen
  • kann unter macOS bislang nur eingeschränkt als Stereopaar angesprochen werden
  • setzt ein iOS-Gerät voraus
Author

Nico berichtet seit 2013 über Smart Home-Themen und ist Herausgeber von Housecontrollers.de.

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