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Wer seine Zuhause mit einer WLAN-Überwachungskamera sichern möchte, muss sich häufig mit Themen wie Portforwarding oder dynamischen IP-Adressen beschäftigen. Withings verspricht mit der HD-Kamera Home eine unkomplizierte HD-Überwachungskamera, die zudem noch schick aussieht. Wir haben uns die rund 200 Euro teure Kamera in einem Test genauer angesehen.

Update (01.010.2017): Withings wurde zwischenzeitlich von Nokia übernommen. Die Withings Home wird jetzt unter dem Namen Nokia Home verkauft, die Hardware ist jedoch mit dem in diesem Testbericht vorgestellten Gerät identisch.

Erster Eindruck und Einrichtung der Withings Home


Die meisten WLAN-Überwachungskameras haben ein zweckmäßiges Äußeres, das nicht unbedingt Designpreise gewinnen würde – was schade ist, immerhin muss die Kamera irgendwo an einem einsehbaren Ort in den eigenen vier Wänden platziert werden. Withings hat bei der Home mehr Wert auf eine ansprechende Optik gelegt und das Ergebnis kann sich wortwörtlich sehen lassen: Im Vergleich zu den meisten anderen WLAN-Kameras fügt sich die Home mit ihrem Design in die Wohnungseinrichtung ein.

Auch an der Verarbeitung gibt es nichts zu kritiseren: Die Withings Home macht einen robusten und relativ wertigen Eindruck.

Withings Home im Test
Withings Home im Test: HD-Überwachungskamera mit einem ansprechendem Design

Die Home wird auf eine Kunststoffschale gestellt, auf der sich unkompliziert der gewünschte Erfassungswinkel festlegen lässt. Anschließend benötigt die Kamera eine freie Steckdose und den Zugang zum Heimnetz, der wahlweise via Ethernet oder WLAN erfolgen kann.

Die Ersteinrichtung der Withings Home ist angenehm unkompliziert – Voraussetzung ist allerdings ein iOS-Gerät, denn bislang ist die Kamera nur mit Apples mobilen Betriebssystem kompatibel. Für die Installation müsst Ihr die Withings Home App herunterladen, Bluetooth aktivieren und die App öffnen. Sobald die Home blau blinkt, könnt ihr sie mit Hilfe der App einrichten. Praktisch: Die WLAN-Einstellungen werden automatisch auf das Gerät übertragen, dementsprechend ist die Einrichtung in wenigen Minuten erledigt.

Überwachungskamera Withings Home
Auf der Oberseite der Withings Home befindet sich der Lautsprecher.

Funktionsumfang und Bedienung

Die Withings Home zeichnet mit ihrer Kamera Videos in HD-Qualität auf, besitzt ein 135° Weitwinkel-Objektiv und eine Nachtsicht-Funktion. Dank der beiden integrierten Mikrofone und dem Lautsprecher ermöglicht die Überwachungskamera Zwei-Wege Audio. Ihr könnt also mit der Smartphone App in den Raum „hineinhören“ und Euch mit anwesenden Personen unterhalten, was in unserem Test reibungslos funktioniert hat.

Withings hat die Home zudem mit einem Bewegungsmelder und einem Geräuschmelder ausgerüstet. Auf Wunsch könnt Ihr Euch mittels Push-Nachricht auf Eurem Smartphone informieren lassen, sobald die Home Geräusche oder Bewegungen in dem Raum feststellt. Weiterhin besitzt die Home eine Nachtlichtfunktion, die sich über die App aktivieren lässt. In Kombination mit der „Wein-Erkennung“ und der Möglichkeit, eine Melodie über die Home abspielen zu lassen, bietet sich die HD-Kamera auch als „smartes“ Babyphone an.

Withings Home als Babyphone
Die integrierte LED der Withings Home kann als Nachtlicht eingesetzt werden.

Eine Besonderheit ist der integrierte Sensor zur Messung der Luftqualität, der einen Alarm auslöst, sobald Schadstoffe in der Luft erkannt werden oder unzureichend gelüftet wird.

Die Bedienugn der Smartphone-App ist simpel augebaut. Die aufgezeichneten Videos werden in einem übersichtlichen „Video-Tagebuch“ dargestellt und in der Cloud des Herstellers gespeichert. Eine lokale Speicherung der Videodateien ist nicht möglich, weshalb man sich auf den Datenschutz und Datensicherheit des Anbieters verlassen oder auf eine Alternative mit lokaler Speicheroption zurückgreifen muss.

Die kostenlose Version des Cloud-Dienstes speichert Aufnahmen für einen Zeitraum von 48 Stunden. Bei Bedarf lässt sich die kostenpflichtige Variante aktivieren, die für rund 8 US-Dollar pro Monat die Aufnahmen für einen Zeitraum von 30 Tagen in der Cloud speichert. Während der momentanen Beta-Phase steht diese Option allen Nutzern kostenlos zur Verfügung.

Bildqualität und Zuverlässigkeit

Bild- und Ton gibt die Withings Home mit einer sehr geringen Verzögerung und in einer guten Qualität wieder. Gelungen ist auch die automatische Bildoptimierung: Zoomt man in das Bild hinein, wird die Bildschärfe automatisch optimiert, was erstaunlich gut funktioniert.

Auch bei der Erkennung von Personen oder Geräuschen gab es in unserem Test keinerlei Probleme – die Home hat zuverlässig eine Push-Benachrichtigung auf das Smartphone geschickt. Hier gibt es allerdings einen Wehrmutstropfen: Die Benachrichtigungen müssen manuell aktiviert und deaktiviert werden, damit Benachrichtigungen nur dann eintreffen, wenn man sich nicht Zuhause aufhält. Es wäre wünschenswert, wenn die Home sich basierend auf den GPS-Daten der verbundenen Smartphones automatisch „scharf“ stellen würde.

Withings Home App
Die Withings Home App liefert ein Live-Bild und ermöglicht es, im Video-Tagebuch Aufnahmen abzurufen.

Probleme mit Blick auf die Zuverlässigkeit des Systems gab es allerdings in den ersten Tagen unseres Tests: Die Kamera hat permanent die Verbindung zum WLAN verloren. Erst nachdem die Stromverbindung unterbrochen und wieder hergestellt wurde, war die Home wieder einsatzbereit. Abhilfe hat das Zurücksetzen und erneute Einrichten der Kamera gebracht: Seit der erneuten Einrichtung gab es keinerlei Probleme und die Home verrichtet zuverlässig ihren Dienst.

Besitzer einer Apple Watch dürfen sich über die Unterstützung derselbigen freuen: Das Live-Bild sowie die aufgezeichneten Videos im Video-Tagebuch können mit der Withings Home App auf der Smartwatch abgerufen werden. Auf dem kleinen Bildschirm lassen sich zwar keine Details erkennen, aber um sich einen groben Eindruck zu verschaffen ist die Unterstützung der Apple Watch durchaus praktisch.

Withings Home App für die Apple Watch
Videoüberwachung mit der Smartwatch: Die Withings Home App auf der Apple Watch.

Preis und Verfügbarkeit

Withings Home ist aktuell für rund 74 Euro bei Amazon* und weiteren Händlern erhältlich. Wer die aufgezeichneten Videos in der Cloud länger als 48 Stunden vorhalten möchte, muss nach dem Ablauf der Testphase zudem rund 8 US-Dollar pro Monat für die Nutzung der Withings Home Cloud bezahlen. Für die meisten Anwender dürfte die kostenlose Variante des Clouddienstes, die Videos 48 Stunden lang bereithält, jedoch ausreichen.

Anzeige / Letzte Aktualisierung am 17.10.2019 um 15:14 Uhr / Affiliate Links* / Bilder: Amazon

Withings Home im Test: Unser Fazit

Nach einem intensiven Test der Withings Home können wir ein positives Fazit ziehen. Die HD-Kamera funktioniert nach ersten Anlaufproblemen zuverlässig und liefert eine gute Bildqualität. Hinzu kommt eine einfache Einrichtung und ein optisch ansprechendes Gehäuse – auch wenn letzteres sicherlich nicht der wichtigste Aspekt einer Überwachungskamera ist.

Schön wäre es, wenn sich die Benachrichtigungsfunktion automatisch basierend ein- und ausschalten würde, sobald sich das Smartphone in der Nähe der Kamera befindet, beziehungsweise von der Kamera entfernt. Abgesehen davon vermissen wir keine Funktionen – im Gegenteil: Die Withings Home bietet mit der Zwei-Wege Audiofunktion, dem integrierten Nachtlicht und dem Luftqualitätssensor einen hohen Funktionsumfang. Das Preis-Leistungsverhältnis ist auch in Ordnung, allerdings müssen – je nach Bedarf – Folgekosten für den relativ teuren Cloud-Dienst einkalkuliert werden, weshalb es in der Kategorie „Preis-Leistungsverhältnis“ Punktabzug gibt.

Weitere interessante Smarthome-Produkte stellen wir Euch einmal pro Monat in unserem kostenlosen Smarthome-Newsletter vor.

Withings Home Alternativen

  • Die Überwachungskamera Netatmo Welcome sieht ebenfalls schick aus und soll Gesichter automatisch erkennen. Netatmo Welcome kostet genau wie die Withings Home rund 200 Euro und kann ab sofort vorbestellt werden.
  • Piper ist eine rund 150 Euro teure “All-in-one” Überwachungs- und Smarthome-Lösung, die nicht nur als Überwachungskamera, sondern auch als Smarthome-Zentrale eingesetzt werden kann: Überwachung und Heimautomatisierung mit PIPER: Unser Test
  • Netgear Arlo ist eine rund 230 Euro teure wetterfeste WLAN-Überwachungskamera, die mit Batterien ausgestattet ist:
    Netgear Arlo im Test
  • Auf der Suche nach einem Video-Babyphone? Netgear Arlo Baby ist eine (wenn auch teure) Alternative zur Nokia Home.
Author

Nico berichtet seit 2013 über Smart Home-Themen und ist Herausgeber von Housecontrollers.de.

2 Kommentare

  1. Warum bekommen die das mit der Apple HomeKit Zertifizierung nicht hin? Der Support sagt: „Derzeit haben wir keine Pläne für eine Kompatibilität mit HomeKit.“ , dass ist ernst gemeint?

    • nico Antworten

      Ich befürchte ja. Offenbar verfolgt Withings nicht mehr das Ziel, die Withings Home mit HomeKit-Funktionalitäten auszustatten:

      „Withings hat gegenüber Mac & i mittlerweile Stellung genommen und das Ende der Home-Plus-Kamera offiziell bestätigt. Fokus und Strategie des Geschäfts des Unternehmens hätten sich in den letzten Monaten „so weiterentwickelt, dass wir zu dem Entschluss gekommen sind, vom Launch des Home Plus abzusehen“. Es werde jedoch auch in Zukunft weiterhin Software-Updates und Verbesserungen für die bisherige Home-Kamera geben – allerdings keinen Support für Apples Smart-Home-Technik. „Pläne für eine HomeKit-Kompatibilität verfolgen wir nicht mehr.“

      Quelle: https://www.heise.de/mac-and-i/meldung/Bericht-Keine-HomeKit-Kamera-von-Withings-3688959.html

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