Smart Home System als Alarmanlage nutzen? Stiftung Warentest weist auf die Nachteile hin

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Smart Home-Systeme können etwa die Beleuchtung und die Heizung steuern oder die Sicherheit in den eigenen vier Wänden verbessern – letzteres aber mit Einschränkungen, wie die Stiftung Warentest berichtet.

Kein einziges „smartes Sicherheitssystem“ schneidet in einem aktuellen Test der Stiftung Warentest gut ab. Die untersuchten Systeme haben laut der Stiftung die gleiche Sicherheitslücke: Einbrecher können die Smart Home Zentrale lahmlegen, indem sie den Netzstecker ziehen. Die Tester kritisieren, dass in diesem Fall der Besitzer noch nicht einmal über den Vorfall informiert wird. Vollständig nachvollziehen können wir die Kritik allerdings nicht: Um den Stecker zu ziehen, müsste der Einbrecher schließlich zunächst in das Haus gelangen und würde dabei bereits den Alarm auslösen.

Berechtigt ist aber sicherlich die Kritik, dass beispielsweise Reinigungskräfte oder Kinder den Stecker ziehen und damit das System unbeabsichtigt lahm legen können. Diese Schwachstelle könnten die Hersteller beheben, indem sie die Smart Home-Zentralen mit Batterien ausrüsten, die zumindest temporär den weiteren Betrieb sicherstellen würden.

Für den Test hat sich die Stiftung Warentest die Smart Home-Systeme Innogy Smarthome, Devolo Home Control, Homematic IP und Telekom Smarthome genauer angesehen. Für den Einsatz als Sicherheitssystem konnte lediglich Homematic IP die Tester halbwegs überzeugen – es sei ein „akzeptables Sicherheitssystem“. Bei diesem System halten die Tür- und Fenstersensoren auch dann den Kontakt zur Sirene, wenn die Steuerungszentrale ausfällt. Die Sicherheitsfunktionen von Homematic IP wurden in dem Test mit „befriedigend“ bewertet – die drei anderen Systeme erreichten nur ein „ausreichend“ – auch, weil keiner der getesteten Anbieter Garan­tien für Software-Updates bietet und somit nicht gewährleistet sei,  dass Sicher­heitslü­cken im System geschlossen würden.

Käufer sollten sich darüber im Klaren sein, dass Smart Home-Systeme nicht das Sicherheitsniveau von professionellen Alarmanlagen erreichen. Fairerweise muss man an dieser Stelle aber darauf hinweisen, dass für den Kauf und den Einbau von klassischen Alarmanlagen schnell mehrere tausend Euro anfallen und oft noch hohe Grundgebühren hinzu kommen – einfache Smart Home-Systeme sind hingegen für einige hundert Euro erhältlich.

Die Stiftung empfiehlt, die Smart Home-Zentrale im Haus zu verstecken oder anderweitig sicherzustellen, dss sie von Einbrechern nicht unmittelbar erreicht werden kann. Mit Blick auf den Einbruchschutz empfiehlt sie zudem, vor der Investition in smarte Sicherheitstechnik zunächst Fenster und Türen bestmöglich abzusichern – hier bieten sich beispielsweise Pilzköpfe in Fensterrahmen und Sicherheitsglas an.

Zudem solle man das Haus bei einer Abwesenheit bewohnt wirken lassen, wobei hierbei wiederum die von den Testern kritisierten Smart Home-Systeme helfen können: Mit den gängigen Smart Home-Systeme kann beispielsweise unkompliziert die Beleuchtung im Haus zeitgesteuert oder nach dem Zufallsprinzip geschaltet werden, um so die Anwesenheit von Bewohnern vorzutäuschen (siehe hierzu auch: Schutz vor Einbrechern: Produkte für ein sicheres Zuhause).

Der vollständige Test ist online auf der Website der Stiftung Warentest abrufbar.

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1 Kommentar

  1. Selten so einen Schwachsinn gelesen. Alarmanlagen funktionieren auch nicht alle ohne Strom. Viele Smarthome-Komponenten sind Batterie oder Akku betrieben. Es gibt auch Zentralen mit optionaler Notstromversorgung, z.B. von Zipato. Andere kann man, wenn man das will, über ein USV gegen Stromausfälle absichern. Diese Argumentation der Stiftung Warentest ist für mich in keinster Weise nachvollziehbar.

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